Softskills
Mit Soft Skills sind die persönlichen Eigenschaften gemeint. Soft Skills stehen für einen ganzen Katalog von Fähigkeiten, die je nach Anforderungsprofil des konkreten Berufsbildes neben der fachlichen Qualifikation unterschiedlich wichtig sind. Susanne Culo von der Firma Kienbaum Executive Consultants hat für Sie die wichtigsten "Soft Skills" zusammengefasst:
- Leistungsbereitschaft
- Belastbarkeit/Leistungsfähigkeit
- Kontaktstärke
- Kreativität und Innovationsfähigkeit
- Unternehmerisches Denken und Handeln
- Ganzheitliches Denkvermögen
- Lernbereitschaft
- Bereitschaft zur Selbstreflexion
- Kritikfähigkeit
- Kommunikationsfähigkeit
- Konfliktlösungsfähigkeit
- Teamfähigkeit / Kooperationsfähigkeit
- Soziale Sensibilität
- Offenheit
- Analytisches Denken
- Strukturierendes Denken
- Konzeptionelle Fähigkeiten
- Organisatorische Fähigkeiten / Zeitmanagement
Leistungsbereitschaft
Leistungsbereitschaft ist für das berufliche Fortkommen entscheidend - die Arbeit aktiv anzugehen und Energie zu investieren, ist in vielerlei Hinsicht vorteilhaft. Wer Spaß an der Arbeit und Tatkraft vermittelt, erweckt einen positiven Eindruck und das Gefühl, ihr oder ihm einiges zutrauen zu können.
Menschen sind im allgemeinen immer dann leistungsbereit, wenn ihnen Dinge Freude bereiten oder wenn sie Interesse daran haben. Im Beruf gibt es Situationen, die nicht als angenehm oder reizvoll empfunden werden. Diesbezüglich ist es im eigenen Interesse hilfreich, sich dennoch die Motivation zur Erledigung dieser Aufgaben zu schaffen. Denn Positives zu sehen und sich begeistern zu können, wirkt sich grundsätzlich auch positiv auf die Leistung und die persönliche Zufriedenheit aus. Wer diese Dinge für sich herausstellt, kann effektiver arbeiten.
Leistungsbereitschaft erzeugt die besten Ergebnisse und ist das Fundament für den beruflichen Erfolg.
Belastbarkeit/Leistungsfähigkeit
Um private, berufliche und persönliche Ziele zu erreichen, muss man leistungsbereit, aber vor allem auch leistungsfähig sein. Mit Leistungsfähigkeit ist gemeint, dass auch bei anhaltender Quantität an Arbeit, unter Zeitdruck oder in Stresssituationen die Arbeit motiviert und in hoher Qualität erbracht wird. Das hebt leistungsfähige Mitarbeiter/innen gegenüber anderen hervor. Mit Leistungsfähigkeit sind also nicht die fachlichen Qualifikationen gemeint, die für einen Beruf Voraussetzung sind.
Belastbar zu sein bedeutet auch Niederlagen verkraften zu können, nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, eine hohe Arbeitsbelastung gut zu bewältigen und die Ruhe wahren zu können. Diese Art von Leistungsfähigkeit kann mit Hilfe von Erfahrungen wachsen und erfordert Selbstdisziplin, geistige Konzentration, Stressresistenz und Ausgeglichenheit.
Völlige Emotionslosigkeit ist aber nicht der optimale Ausdruck einer hohen Belastbarkeit: Sich gelegentlich zu ärgern, ist aus gesundheitlichen Aspekten nötig, denn wer alles still in sich "hineinfrisst", reagiert nach einer bestimmten Zeit unter Umständen sogar psychosomatisch.
Besonders bei potentiellem Führungsnachwuchs wird immer häufiger zum entscheidenden Beobachtungskriterium, wie diese beispielsweise unter Zeitdruck reagieren. Das wird manchmal schon beim Einstellungsgespräch getestet: Die Kandidaten/innen können durch provokante oder schwierige Fragen bewusst in Stress-Situationen gebracht werden. Schon beim Vorstellungsgespräch zeigt sich Belastbarkeit dadurch, dass eine Person nicht alles auf sich nimmt oder sich alles gefallen lässt.
Kontaktstärke
Kontaktstärke umfasst einerseits die richtige Kunden-Ansprache, andererseits die Fähigkeiten, Netzwerke und Beziehungen aufzubauen und zu pflegen.
Kundenorientierung ist einer der wichtigsten Werte für Dienstleistungsunternehmen. Die Kunden/innen möchten persönlich angesprochen werden. Das erfordert, aktiv auf Personen zuzugehen, Kontakte zu knüpfen und diese vor allem auch zu pflegen. Zum anderen ist Mund-zu-Mund-Propaganda effektiv, wenn es darum geht, das Unternehmen zu präsentieren oder neue Kunden/innen zu gewinnen.
Interne Kontakte zu Mitarbeitern/innen und Kollegen/innen sind ebenso nützlich. Zum einen fördert ständiger Informationsaustausch das eigene Know-how, zum anderen kann durch persönliche Kontakte zu vielen Menschen der unterschiedlichsten Fachgebiete fachfremdes Know-how genutzt werden. Die richtigen Leute zur richtigen Zeit ansprechen zu können, kann eine enorme Zeitersparnis und damit einen eklatanten Wettbewerbsvorteil bringen.
Kreativität und Innovationsfähigkeit
Um Kundenwünsche erfüllen zu können, die von der Routine abweichen, um die Entwicklung eines Unternehmens voranzutreiben, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln: dafür braucht man Kreativität. Neue Wege und Möglichkeiten müssen gefunden werden, Chancen und Ideen aktiv entwickelt werden. Das Grundgerüst dafür bilden zahlreiche Informationen, Logik und Analytik. Kreativität an sich ist weder logisch noch analytisch, sondern zeigt alternative Wege auf.
Durch die Fähigkeit, unkonventionelle Wege zu gehen werden ungewöhnliche neue Ideen kreiert. Um dabei zielorientiert und erfolgreich zu handeln, muss in Folge systematisches Vorgehen und eine zweckorientierte Planung und Nutzung von Zeit und Ressourcen berücksichtigt werden.
Alle, die mit Konzepten, Ideen und Kundenanfragen konfrontiert sind, sollten Kreativität besitzen. Insbesondere Unternehmensbereiche wie etwa Marketing, in denen Ideen das Produkt des Bereichs sind, brauchen Mitarbeiter/innen, die an der Entwicklung ihrer Kreativität arbeiten.
Unternehmerisches Denken und Handeln
Unternehmerisches Denken und Handeln bedeutet, mit der Unsicherheit über Märkte, Kundenwünschen, Kapitalfluss, der Motivation von Mitarbeiter/innen oder einer zunehmend kritischer werdenden Reaktion der Öffentlichkeit erfolgreich umzugehen. Unternehmerisch denken und handeln kann nur, wer eine emotionale Bindung an die Firma besitzt. Personen, denen diese Bindung gänzlich fehlt, liegt im allgemeinen wenig an der Qualität ihrer Arbeit - sie arbeiten eher teilnahmslos, daher häufig auch ineffizient und scheuen sich davor, Verantwortung zu übernehmen. Mitarbeiter/innen jedoch, die sich mit der Philosophie des Unternehmens identifizieren, interessieren sich meist gleichermaßen für die Ergebnisse ihrer Arbeit. Sie werden dementsprechend bereit sein, sich für das Unternehmen einzusetzen und dessen Interessen möglichst "gewinnbringend" vertreten. Aufgrund dieser Überlegungen setzt erfolgreiches unternehmerisches Denken und Handeln die Übernahme von Verantwortung und Kundenorientierung voraus.
Ganzheitliches Denken
Bei der Informationsverarbeitung und beim Lernen kann bislang unverbundenen Wissen aus verschiedenen Bereichen zusammengefügt werden und dadurch entstehen völlig neue Erkenntnisse. Erst die Beziehung zwischen einzelnen Teilen ermöglicht neue Sichtweisen und die Übertragung bereits vorhandenen Wissens auf neue Situationen. Um ganzheitlich denken zu können, bedarf es daher vor allem Abstraktionsfähigkeit und komplexer Informationsbeschaffung.
Wer nicht ausschließlich in eine Richtung denkt, sondern sämtliche Informationen und Erfahrungen in seine Überlegungen mit einbezieht, dem erschließen sich unter Umständen andere oder schnellere Lösungen und Ideen als dem, der gedanklich fixiert ist.
Lernbereitschaft
Für unsere Zeit typisch, zeigt sich in allen Lebensbereichen eine gewisse Schnelllebigkeit; alles ist dem Wandel unterworfen. Neue Entwicklungen, Techniken und Trends folgen in immer kürzeren Abständen. Um mit dem Fortschritt mithalten zu können und sich für ein Unternehmen attraktiv zu halten, ist es erforderlich, sich Änderungen und wachsenden Anforderungen anzupassen, dazuzulernen.
Häufig bieten Unternehmen firmeninterne Fortbildungen für ihre Mitarbeiter/innen an, im eigenen Interesse sollte die Aufmerksamkeit jedoch auch auf externe Weiterbildungsmöglichkeiten gerichtet sein. Die Bereitschaft zum Lernen zeigt sich insbesondere bei Berufseinsteigern/innen auch darin, zusätzliche oder höhere Qualifikationen in der Freizeit zu erwerben.
Bei der Auswahl der Fortbildungsmaßnahmen sollte man immer die Ziele, die man damit erreichen will vor Augen haben.
Bereitschaft zur Selbstreflexion
Die Bereitschaft, über sich selbst und das eigene Verhalten nachzudenken, ist eine der Voraussetzungen für die persönliche Entwicklung. Im Beruf erhält jeder von Zeit zu Zeit Rückmeldungen von den Kollegen/innen oder von Vorgesetzten, die häufig nicht mit dem Selbstbild übereinstimmen. Trotzdem ist - bis auf wenige Ausnahmen - jeder an einem Feedback über ein bestimmtes Verhalten oder die eigene Person an sich interessiert.
Um aus diesem Feedback, sei es positiv oder negativ, einen Nutzen zu ziehen, gilt es, sich damit auseinander zusetzen und die eigene Person hinsichtlich dessen zu reflektieren. Damit ist nicht gemeint, den Sinn jeder Tat oder Äußerung rückwirkend auf ihre Berechtigung hin zu untersuchen. Aber alles für gut und richtig zu erklären, unabhängig davon, wie andere dies empfinden, stünde in Gegensatz zu dem Wunsch, es beruflich weiter zu bringen oder mit den Kollegen/innen auszukommen.
Die Bereitschaft zur Selbstreflexion, heißt sich durch emotionale und zwischenmenschliche Fragen und Krisen anregen und nicht entmutigen zu lassen, bedarf vor allem einer kritischen Selbstwahrnehmung in Wechselwirkung mit dem sozialen Umfeld.
Kritikfähigkeit
Ob ein Mensch kritikfähig ist oder nicht, zeigt sich in zweierlei Hinsicht: In der Rolle des/der Kritisierten wie auch in der Rolle des/der Kritisierenden. Wenngleich es davon abhängt wie Kritik geübt wird, ist es wichtig, Kritik nicht nur anzunehmen, sondern auch damit umgehen zu können. Dies bedeutet, Kritik nicht persönlich zu nehmen, also sich dadurch als Person in Frage gestellt zu fühlen, oder gar Gleiches mit Gleichem vergelten zu wollen.
Es fällt sicherlich niemandem leicht, Rückmeldungen über Fehler der eigenen Person oder des Verhaltens entgegenzunehmen, es ist aber eine Chance Schritte zur Verbesserung zu unternehmen. In dem Wissen, dass kein Mensch von Anfang an alles richtig macht, ist angebrachte Kritik als vorteilhaft anzusehen.
Im Gegensatz dazu gibt es niemanden, der positiver Kritik gegenüber abgeneigt wäre. Doch auch mit lobenden oder anerkennenden Rückmeldungen muss umgegangen werden können - positive Kritik dient der Motivation und ist niemals eine Aufforderung dafür, sich auf dieser auszuruhen. Die Nutzung von Kritik hängt somit immer ab von der Bereitschaft, sich mit sich selbst auseinander zu setzen.
Kommunikationsfähigkeit
Kommunikationsfähig zu sein heißt, dass man sich gegenüber seinen Kommunikationspartnern/innen jederzeit wertschätzend verhält.
Kommunikation findet bei jedem sozialen Kontakt statt - verbal oder nonverbal. Schweigen oder Augenschließen zum Beispiel könnte die Botschaft des Nicht-teilnehmen-Wollens am Gespräch beinhalten bzw. vom Gesprächspartner so interpretiert werden.
Kommunikation beinhaltet immer eine Inhaltsebene und die Beziehungsebene. Die Inhaltsebene enthält den sachlichen Teil einer Aussage. Die Beziehungsebene besteht aus drei Teilen: Der "Appell", soll den Empfänger der Aussage zu einer bestimmten Handlung oder Reaktion bewegen. Die "Selbstoffenbarung" gibt Informationen über die "sendende" Person und deren Befindlichkeit. Die "Beziehungsaussage" zeigt in welcher Beziehung sich der Sender zum Empfänger sieht.
Besonders bei unangenehmen Botschaften lohnt es sich, wenn man Zeit und Aufwand investiert um zu bestimmen, wie diese Botschaft am besten übermittelt wird.
Konfliktlösungsfähigkeit
Bei der Zusammenarbeit entstehen durch das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Interessen und Standpunkte unweigerlich Konflikte. Diese Konflikte, die durch eine bewusste Suche und Förderung der Ideen-Konfrontation zusätzlich verstärkt werden, müssen genutzt werden um einen "Mehrwert" daraus zu entwickeln.
Das Vermögen, Konflikte positiv lösen zu können, umfasst: Pragmatismus (die Konzentration auf die Sache), das Entwickeln alternativer Konzepte, die Kompromissbildung (das Berücksichtigen der Interessen und Vorschläge anderer).
Teamfähigkeit /Kooperationsfähigkeit
Gruppenarbeit gewinnt in Unternehmen an Bedeutung und wird mittlerweile als einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für das Unternehmen angesehen. Einsparungs- und Rationalisierungseffekte, deutliche Qualitätsverbesserungen, Motivation der Mitarbeiter/innen und humanere Arbeitsplatzgestaltung sind nur einige der Vorteile des Arbeitens im Team.
Wichtig für das Funktionieren von Teamarbeit ist der Transfer der Werthaltungen der einzelnen Gruppenmitglieder: Eine gemeinsame Bewertung von Vorgängen ist erst möglich, wenn Werteskalen von anderen Team-Mitgliedern erkannt werden, wenn also ihre Beweggründe verstanden werden. Oft hilft dieser Austausch auch dabei Denkfehler aufzudecken.
Um teamfähig zu sein, bedarf es einiger gemeinsamer Grundvoraussetzungen wie zum Beispiel unmittelbarer Zusammenarbeit, gemeinsamer Ziele und Spielregeln, gemeinsamer Werte, Vorstellungen und Wünsche sowie angemessenen Wir-Gefühlen. Auch die Art des Umgangs mit Mitarbeitern/innen, Integrations- und Konfliktfähigkeit sowie selbstverständlich auch Durchsetzungsvermögen sind wichtig.
Kooperationsfähigkeit steht in enger Verbindung mit Teamfähigkeit. Das Funktionieren von Gruppenarbeit erfordert die oben beschriebenen Voraussetzungen und die Kooperationsfähigkeit jedes einzelnen. Um erfolgreich in einer Gruppe zu arbeiten, ein anerkannter Teil dieses Teams zu sein, aber auch um allgemein gut mit Kollegen/innen zusammenarbeiten zu können, ist es nötig, selbst etwas beizutragen. Kooperationsfähig sind die Menschen, die auf andere eingehen.
Soziale Sensibilität
Die Fähigkeit zur sozialen Sensibilität oder auch Einfühlungsvermögen zeigen sich in schwierigen und heiklen Gesprächsphasen, z.B. wenn konstruktiv Kritik an Kollegen/innen geübt werden soll. Auch der Umgang mit Kunden/innen oder Vorgesetzten bedarf eines hohen Maßes an Einfühlungsvermögen, wenn angemessen auf sie eingegangen und ihre Wünsche erkannt werden sollen.
Ein gutes Gespür für die Stimmungen anderer Menschen, die Aufmerksamkeit auch für versteckte Signale und das Interesse für die Beweggründe von Personen sind wichtig, wenn es darum geht, erfolgreich zu interagieren. Eine einfühlsame Reaktion kann Missstimmungen verhindern oder beseitigen und unter Umständen sogar ein Gefühl der Solidarität hervorrufen, welches bei der Durchsetzung von Zielen von enormem Nutzen ist.
Offenheit
Andere Kulturen gehen mit anderen Sitten und Traditionen einher und auch die Denkweise von Menschen unterschiedlicher Kulturen ist entscheidend von ihrer Herkunft geprägt. Im Zuge der Modernisierung eines Unternehmens gilt es, Themen durch das Einstellen auf andere Gedankengänge auch von einem anderen, fremden Standpunkt aus betrachten zu können.
Wer sich gegenüber Visionen offen verhält, schafft auf diese Weise Raum für neue Ideen, die noch interessanter und aktueller sein können. Offenheit setzt sich demnach zusammen aus Flexibilität, Toleranz und Akzeptanzvermögen.
Analytisches Denken
Wird analytische Kompetenz verlangt, geht es darum, Probleme zu erkennen und zu lösen. Dieser Prozess vollzieht sich in drei Schritten: Zu Beginn steht die Analyse (die Problemerfassung), danach folgt das Zusammenfügen von Einzelaspekten - meist ohne vollständige Information - und darauf die Problemlösung. Die Fähigkeit, aus einer Fülle von Unwichtigem die relevanten Informationen herauszufiltern und deren Verlässlichkeit und Gültigkeit auch ohne Überprüfung zu bewerten, kann für den Erfolg von entscheidender Bedeutung sein.
Häufig wird analytisches Denkvermögen seitens der Unternehmen mit dem Umgehen-Können mit Zahlen gleichgesetzt. Dem kommt sicherlich eine große Bedeutung zu, analytisches Denken umfasst aber - entsprechend des oben Beschriebenen - weit mehr und muss nicht mit Zahlenarbeit einhergehen.
Was in Stellenausschreibungen jeweils gemeint ist, erkennt man häufig an der ausgeschriebenen Position.
Strukturierendes Denken
In kurzer Zeit müssen viele Aufgaben erledigt werden: Dinge strukturiert anzugehen, anstatt direkt "darauf los zu arbeiten" ist wichtig, um sich nicht in einer Menge verschiedenartigster Aufgaben und Probleme zu verlieren.
Strukturierendes Denken unterscheidet Wichtiges von Unwichtigem und setzt Prioritäten. Viele Tätigkeiten, sind zwar nützlich, notwendig und sinnvoll, zu einem bestimmten Zeitpunkt als Beitrag zum Erfolg des Unternehmens - oder zum persönlichen Erfolg - jedoch weniger wichtig als andere Aufgaben. Strukturierendes Denken stellt zudem sicher, dass Arbeiten mit einem Zeit- und Kraftaufwand erledigt werden, der ihrer Bedeutung angemessen ist.
Komplexe Aufgaben und Projekte, mit denen heutzutage aufgrund der strukturellen Entwicklungen in Unternehmen nahezu alle Mitarbeiter/innen konfrontiert werden, erfordern die sorgfältige vorherige Planung. Was zunächst leichtfertig vergeudete Zeit zu sein scheint, kann sich im nachhinein als Zeitersparnis erweisen, indem zum Beispiel unnötige Arbeitsschritte von Beginn an als solche erkannt werden.
Konzeptionelle Fähigkeiten
Konzeptionelle Fähigkeiten werden vor allem dann benötigt, wenn zur Bewältigung einer Aufgabe keine Vorgehensweisen vorgegeben sind. In jedem Unternehmen, in jeder Branche und in jeder Position gibt es Tätigkeiten, die sich in ähnlicher Form wiederholen.
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Aufgaben für deren Bewältigung neue Strategien entwickelt werden müssen. Das Entwickeln einer Konzeption bedeutet in diesem Fall, ein "Gerüst" aufzustellen, mit dessen Hilfe das entsprechende Ziel in einer bestimmten Zeit erreicht werden kann.
Beispiele: Ein/e Projektleiter/in, der/die unter anderem auch für die Planung des Projekts verantwortlich ist, muss über konzeptionelle Fähigkeiten verfügen. Genauso bedarf es konzeptioneller Fähigkeiten bei der Vorbereitung einer Präsentation: Eine Rede, ein Vortrag, ein Referat oder ähnliches sollen immer einen bestimmten Zweck erfüllen. Deshalb muss dafür eine Strategie ausgearbeitet werden, mit welcher Vorgehensweise sich dieses Ziel am besten erreichen lässt.
Konzeptionell zu arbeiten heißt einen Plan zu machen und dabei strukturierendes und analytisches Denken sowie Kreativität anzuwenden.
Organisatorische Fähigkeiten / Zeitmanagement
Organisatorische Fähigkeiten zu haben, heißt sich die Zeit sinnvoll einteilen zu können. Die gleichzeitige Erledigung vieler Dinge, die hohe Verantwortung, kurzfristige Termine und große Arbeitsmengen erzeugen Stress. Dies führt häufig dazu, dass nicht mehr agiert, sondern nur noch reagiert wird und die eigentlichen Aufgaben regelmäßig erst nach Dienstschluss erledigt werden.
Erst wer sich hinsetzt und sich Gedanken über die Verwendung und den Nutzen seines persönlichen Zeitkapitals macht, versteht, dass die meiste Energie verschwendet wird, weil das persönliche Konzept fehlt.
Im privaten und im beruflichen Bereich ist es aus Gründen der persönlichen Zufriedenheit und des Erfolgs hilfreich, jeden Tag effektiv und ökonomisch zu planen. Dieser Gesichtspunkt erfordert eine Voraussetzung: das Wissen, wofür Zeit eingeplant werden muss und wofür nicht. Wer sich seiner Prioritäten und Ziele bewusst ist, kann seine Zeitnutzung zum Erfolgsfaktor machen. Organisatorische Fähigkeiten resultieren demnach vorrangig aus Techniken des Zeitmanagements.
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