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Bericht des Aufsichtsrats der Österreichischen Post AG

Über das Geschäftsjahr 2009

Die Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post war im Geschäftsjahr 2009 von der rückläufigen Wirschaftsentwicklung in den Kernmärkten geprägt. Die Rezession verursachte verstärkte Rückgänge des Sendevolumens und beschleunigte darüber hinaus den Trend zur elektronischen Substitution. Die Österreichische Post steuert dieser rückläufigen Entwicklung mit Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung entgegen.

Aufsichtsrat und Vorstand haben im Berichtsjahr in sechs Aufsichtsratssitzungen und in sieben Sitzungen des Prüfungsausschusses intensiv die wirtschaftliche Lage und strategische Weiterentwicklung des Unternehmens beraten. In vier Sitzungen des Monitoringausschusses wurden der Gesetzgebungsprozess des Postmarktgesetzes und die Evaluierung der Auswirkungen auf die Österreichische Post laufend begleitet.

Der Präsidialausschuss war im Geschäftsjahr 2009 mit der Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats über die Bestellung des Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Post befasst. Zusätzlich fanden nach Bedarf Sitzungen des Präsidiums statt, die unter anderem die Verhandlung und den Abschluss des Anstellungsvertrags mit Dr. Georg Pölzl zum Gegenstand hatten. Nach dem Ausscheiden von Dr. Anton Wais mit 31. März 2009 hatte der Aufsichtsrat die Agenden des Vorstandsvorsitzenden interimistisch Mag. Dr. Rudolf Jettmar übertragen und den Präsidialausschuss mit der Vorbereitung der Neubesetzung der Funktion des Vorstandsvorsitzenden betraut. In der Aufsichtsratssitzung am 15. Juni 2009 wurde Dr. Georg Pölzl mit Wirkung 1. O ktober 2009 als weiteres Mitglied des Vorstands und Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft bestellt. Besonderer Dank des Aufsichtsrats gilt Dr. Anton Wais, in dessen Ä ra die rechtliche Verselbstständigung der Post im Jahr 1999, die Restrukturierung und Modernisierung des Unternehmens, die Weichenstellung für die internationale Expansion des Konzerns sowie der erfolgreiche Börsegang im Frühjahr 2006 fielen.

Wesentliche Themen der Beratungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2009 waren der proaktive Strukturwandel im Filialnetz (Post.Partner-Konzept), die Entwicklung neuer Zustellmodelle, die Beteiligungsstrategie sowie die notwendige Anpassung der Personalstruktur durch den Transfer von Postmitarbeitern zu Bundesdienststellen (zur Zeit: BMI). Weiters hat der Aufsichtsrat im Juli 2009 einen neuen Kollektivvertrag für ab 1. August 2009 neu eintretende Bedienstete der Österreichischen Post genehmigt.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat in sieben Sitzungen seine (aufgrund des Unternehmensrechtsänderungsgesetzes URÄG 2008 erweiterten) Aufgaben wahrgenommen. Im Frühjahr 2009 wurden nach erfolgter Ausschreibung der Wirtschaftsprüferleistungen die eingelangten Angebote im Prüfungsausschuss eingehend analysiert und es wurde eine begründete Empfehlung an den Aufsichtsrat abgegeben. Die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH wurde von der Hauptversammlung am 6. Mai 2009 zum Abschlussprüfer des Jahres- und Konzernabschlusses der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2009 bestellt. Die Quartalsergebnisse wurden eingehend im Prüfungsausschuss erörtert. Über die Ergebnisse der Prüfungsausschusssitzungen wurde dem Aufsichtsrat laufend berichtet.

Im Rahmen der laufenden Berichterstattung sowie in allen Sitzungen wurde der Aufsichtsrat über die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, die Personalsituation sowie die Investitionsvorhaben unterrichtet. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat in schriftlicher und mündlicher Form regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements in der Gesellschaft und in den wesentlichen Konzernunternehmen, berichtet und Auskunft gegeben. Der Aufsichtsrat hat aufgrund dieser Berichterstattung die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt.

Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der Österreichischen Post zum 31. Dezember 2009 wurden durch die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lagebericht und Konzernlagebericht stehen im Einklang mit dem Jahres- und Konzernabschluss. Sämtliche Abschlussunterlagen, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, der Corporate Governance- Bericht und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden im Prüfungsausschuss eingehend mit den Prüfern
behandelt und dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat die Unterlagen gemäß § 96 AktG geprüft, keine Beanstandungen festgestellt und stimmt dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss 2009, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt ist, und erklärt sich mit dem gemäß § 245a UGB nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss, dem Lagebericht, dem Konzernlagebericht und dem Corporate Governance-Bericht einverstanden.

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands an, vom Bilanzgewinn von EUR 120.759.087,23 eine Ausschüttung von EUR 101.328.957,00 am 6. Mai 2010 vorzunehmen, EUR 15.000.000,00 in die freie Gewinnrücklage einzustellen und den Rest in der Höhe von EUR 4.430.130,23 auf neue Rechnung vorzutragen.

Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2009. Besonderer Dank gilt auch den Kunden und Aktionären der Österreichischen Post für das entgegengebrachte Vertrauen.

Wien, am 15. März 2010

Dr. Peter Michaelis e.h.
Vorsitzender des Aufsichtsrats

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