1.1. Wirtschaftliches Umfeld und Rahmenbedingungen
Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat im Jahr 2009 ihre vollen Auswirkungen gezeigt. Insbesondere die westlichen Industrienationen leiden unter den Nachfragerückgängen in vielen Branchen. Die weiterhin wachsenden Volkswirtschaften China, Indien, Brasilien und Russland waren hingegen weniger betroffen. Die immer stärker werdenden Binnenmärkte in diesen Ländern und die Nachfrage nach Ressourcen haben die Entwicklung begünstigt. Auch Österreich wurde von der Krise voll erfasst: Für 2009 schätzt das WIFO den Rückgang des Bruttoinlandsprodukts mit minus 3,4% etwas weniger stark als im Durchschnitt des Euro- Raums mit minus 3,9% ein.
Die prognostizierte Konjunkturerholung 2010 in Österreich ist noch sehr labil und unterliegt einer Reihe von Risiken wie etwa der niedrigen Kapazitätsauslastung und der Vorsicht vieler Betriebe, die den Bedarf nach Investitionen hemmt. Das internationale Umfeld birgt ebenfalls noch Risiken für die Konjunktur: In einigen europäischen Ländern, unter anderem Ungarn (minus 0,6%), Kroatien (minus 1,5%) oder Serbien (minus 0,7%), wird auch 2010 mit einem Rückgang gerechnet, Polen (plus 1,8%) und Tschechien (plus 1,4%) werden demgegenüber weiter expandieren (UniCredit Research). Auch die Entwicklung in Deutschland (plus 1,4%, IHS) ist noch mit Unsicherheiten behaftet. Durch diese Rahmenbedingungen dürfte die Konjunkturerholung in Österreich im Jahr 2010 mit plus 1,5% (WIFO) bzw. plus 1,3% (IHS) eher moderat ausfallen.
Die prognostizierte Erholung für 2010 bleibt zu gering, um einen nachhaltigen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu ermöglichen. Das Budgetdefizit in Österreich wird sich als Folge der staatlichen Konjunkturprogramme und des Einbruchs der Steuereinnahmen auf minus 5,2% des BIP im Jahr 2010 erhöhen. Dadurch könnte es in Einklang mit EU-weiten Bestrebungen zu Einsparungen öffentlicher Institutionen kommen. Der Anstieg der Verbraucherpreise in Österreich wird für2009 bei 0,5%, 2010 bei 1,3% prognostiziert.
Für die Entwicklung des Brief- und Paketmarkts sind neben der Wirtschaftsleistung auch die Bevölkerungsentwicklung und die Zunahme der Anzahl der Haushalte eines Landes von Bedeutung. In Österreich ergab sich mit plus 0,3% (Statistik Austria) auch 2009 ein leichtes Bevölkerungswachstum.
Als grundsätzlicher Trend wird die elektronische Substitution der Briefvolumina bestehen bleiben. Insbesondere Telekommunikations- und Versorgungsunternehmen versuchen physische Sendungsvolumina zu reduzieren. Das Postmarktgesetz schafft die Voraussetzungen für geregelte Rahmenbedingungen in Österreich. Die gegenwärtige wirtschaftliche Entwicklung verursacht auch Veränderungen am Werbemarkt, der für das Transportvolumen der Post bedeutend ist. Es wird erwartet, dass – im Gegensatz zu anderen Werbekanälen– weiterhin eine grundsätzlich positive Entwicklung der direkten Kommunikation bestehen bleibt. Direct Mailings zu Endkunden werden ihren Stellenwert in der Kommunikation beibehalten können.
Die Paketmengen in Österreich steigen dank der ständig zunehmenden Bedeutung von O nline-Shopping weiter. Das Fracht- und Expressgeschäft musste durch die Rezession Rückgänge hinnehmen. Die Entwicklung der Sendevolumina im internationalen Paket- und Frachtgeschäft wird wesentlich von der Wirtschaftssituation und den Handelsströmen sowie der damit verbundenen Preisentwicklung abhängen.
Quellen: IHS, Statistik Austria, UniCredit Research, WIFO
1.2. Veränderungen im Konsolidierungskreis
Ende Februar 2009 wurden 49,8% an der Mader Zeitschriftenverlags GmbH, Wien, veräußert. Der Anteil an der weiterhin at equity in den Konzernabschluss einbezogenen Mader beträgt nun 25,1%. Am 31. Mai 2009 hat die Österreichische Post 40% der Anteile des Unternehmens EBPP – Electronic Bill Presentment and Payment erworben. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der elektronischen Zustellung von Sendungen in ein gesichertes Postfach. Per 1. Juli 2009 wurde die Rhenus Life Sciences, Deutschland, erworben und in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Das Unternehmen ist im Transport und der Lagerung von Produkten für den Gesundheitsmarkt und in der temperaturgeführten Transportlogistik tätig.
1.3.1 Umsatzerlöse Die Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post war 2009 von der rückläufigen Wirtschaftsentwicklung in den Kernmärkten geprägt. Die Rezession verursachte international Rückgänge der geschäftlichen Sendevolumina von Briefen und Paketen und beschleunigte darüber hinaus den Trend der elektronischen Substitution von Briefen durch elektronische Medien. Dadurch
kam es 2009 zu einem Rückgang der Umsatzerlöse um 3,5% oder 84,5 Mio EUR auf 2.356,9 Mio EUR.
Die Division Brief verzeichnete im Jahresvergleich einen Rückgang von 4,3%, wobei alle Geschäftsfelder betroffen waren. Die markantesten Trends sind die verstärkte elektronische Substitution von Briefen sowie der rezessionsbedingte Rückgang von Werbeausgaben und der damit verbundene Preisdruck bei Werbesendungen.

In der Division Paket & Logistik verursachte die aktuelle Wirtschaftsentwicklung einen Rückgang der internationalen Transportvolumina. Aufgrund der Überkapazitäten im Fracht- und Transportsektor entstand darüber hinaus ein Preisdruck in allen Logistiksegmenten. Der Umsatz der Division im Jahr 2009 war um 2,3% rückläufig.

Der Außenumsatz der Division Filialnetz, bestehend aus Finanzdienstleistungen sowie Telekommunikationsprodukten und Handelswaren, ging um 1,4% zurück. Die Innenumsätze verringerten sich um 10,2% aufgrund verringerter Brief- und Paketvolumina, die über das Filialnetz eingeliefert werden.

Um dem Umsatzrückgang entgegenzuwirken, hatten Kostensenkungsmaßnahmen in der Österreichischen Post oberste Priorität. Ziel war es, sowohl den Personalaufwand zu reduzieren als auch den Sachaufwand der Österreichischen Post um zumindest 30 Mio EUR unter das Niveau des Jahres 2008 zu senken.

Der Personalaufwand – er ist mit nahezu 50% des Umsatzes nach wie vor die größte Aufwandsposition der Österreichischen Post – verzeichnete 2009 eine Steigerung um 1,8% oder 20,1 Mio EUR auf 1.139,3 Mio EUR. Der Anstieg ist auf unterschiedliche Rückstellungsveränderungen
der letzten Jahre zurückzuführen. Während im Jahr 2008 der Personalaufwand – etwa durch die Veränderung der Rückstellung für Unterauslastung um 23,1 Mio EUR – positiv beeinflusst war, blieben die Personalrückstellungen 2009 unter Berücksichtigung vorgenommener Umgliederungen in Summe relativ konstant.
Die direkten Personalausgaben konnten somit geringfügig reduziert werden. Einsparungen ergaben sich aus der Ausnutzung der Fluktuation im Unternehmen sowie durch einen neuen Kollektivvertrag seit August 2009. Im Jahresvergleich kam es zu einer Personalreduktion von 1.081 Mitarbeitern auf 25.921 Mitarbeiter. Dieser Einsparung wirkte jedoch die Gehaltssteigerung (Kollektivvertragserhöhung um 3,7% ab 1. Jänner 2009) auf Basis der hohen Inflation des Jahres 2008 entgegen.
Der Personalaufwand der Österreichischen Post enthält neben den direkten Personalausgaben auch Zahlungen im Rahmen eines Sozialplans und die Veränderungen von Personalrückstellungen. Innerhalb der Personalrückstellungen sind die Rückstellung für Personal-Unterauslastung, einschließlich der Rückstellung für beamtete Mitarbeiter, die voraussichtlich im Jahr 2010 in den Verwaltungsdienst der Polizei wechseln werden, sowie die Sozialplanrückstellung erwähnenswert.
Die Rückstellung für Personal-Unterauslastung im Geschäftsjahr 2009 verringerte sich um 22,2 Mio EUR auf 285,6 Mio EUR (zahlungswirksamer Verbrauch in Höhe von 25,7 Mio EUR). Darin inkludiert sind sowohl Rückstellungen für unkündbare Mitarbeiter, die im Unternehmen nicht oder nur mehr zum Teil eingesetzt werden, als auch Rückstellungen für Mitarbeiter, die in den Verwaltungsdienst der Polizei wechseln werden.
Grundsätzlich wird die Bildung der Rückstellung für Unterauslastung nach Maßgabe der durchschnittlich ermittelten Unterauslastung für sämtliche Personalaufwendungen – unter Ansatz eines Fluktuationsabschlags – bis zum Zeitpunkt der Pensionierung oder des vorzeitigen Austritts vorgenommen, sofern die überschüssige Kapazität aufgrund des unkündbaren Dienstverhältnisses nicht reduziert werden kann Verringert sich in den Folgejahren der Grad der durch schnittlichen Unterauslastung oder erfolgt eine Wiedereingliederung der Mitarbeiter in den operative Arbeitsprozess, so führt dies zu einer Auflösung der in Vorperioden gebildeten Rückstellung. Ein Austritt aus dem Unternehmen führt zur gänzlichen Auflösung der Rückstellung. Durch organisatorische Maßnahmen ist es 2009 gelungen, verstärkt Mitarbeiter in den Betriebsprozess zu reintegrieren.
Für Mitarbeiter, die von der Möglichkeit zum Wechsel in den Verwaltungsdienst der Polizei (Bundesministerium für Inneres) Gebrauch machen, wurde erstmals eine Rückstellung von 41,5 Mio EUR gebildet. Die Österreichische Post hat 2009 eine Vereinbarung mit dem Innenministerium getroffen, wonach Mitarbeiter zur Polizei wechseln werden, die Post aber die Kosten dieser Mitarbeiter bis Juni 2014 weiter trägt. Für diese Kosten bis Mitte 2014 war es erforderlich, obige Rückstellung zu bilden.
Für jene Mitarbeiter, die den Sozialplan für die Übergangskarenzierung bis zum Pensionsantritt angenomme haben, wurde auch 2009 eine Rückstellung gebildet. Diese beträgt nun 35,8 Mio EUR nach 6,0 Mio EUR Ende 2008. Auszahlungen im Rahmen des Sozialplans beliefen sich 2009 auf 22,3 Mio EUR (nach 21,3 Mio im Jahr 2008).
Bei den Sachkosten (Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen sowie bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen) konnten im Jahresvergleich Einsparungen in Höhe von 39,6 Mio EUR erzielt werden. Die größten Rückgänge in der Position Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen erfolgten beim Zukauf externer Transportdienstleistungen sowie bei den Aufwendungen für internationale Postdienstleistungen. Im sonstigen betrieblichen Aufwand konnten etwa Beratungs-, Kommunikations- oder Instandhaltungsaufwendungen reduziert werden.
Die größten Sachkosten-Positionen sind der Zukauf externer Transportdienstleistungen (477,1 Mio EUR), Leasing, Miet- und Pachtzinsen (73,4 Mio EUR) sowie Aufwendungen für internationale Postdienstleistungen (65,2 Mio EUR).
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Berichtszeitraum um 8,6 Mio EUR gestiegen. Darin inkludiert sind Mieterträge von 25,2 Mio EUR und Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen von 24,0 Mio EUR.

Das EBITDA des Österreichischen Post Konzerns lag 2009 mit 269,2 Mio EUR um 16,3% unter dem Wert des Vorjahres. Die EBITDA-Marge beträgt somit 11,4%. Die Abschreibungen der Österreichischen Post sind 2009 um 21,3% auf 119,8 Mio EUR zurückgegangen. Die Abschreibungen setzen sich aus der planmäßigen Abschreibung von 97,4 Mio EUR (davon 81,8 Mio EUR für Sachanlagen) sowie Wertminderungen von 22,4 Mio EUR zusammen (davon 17,6 Mio EUR für Firmenwerte, 4,4 Mio EUR für Kundenbeziehungen). Der Wertminderungsbedarf resultiert aus dem deutlichen Konjunkturabschwung und gedämpften Markterwartungen.

Trotz der hohen Fixkostenintensität der Geschäftstätigkeit der Österreichischen Post reduzierte sich das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) im Jahr 2009 lediglich um 11,9% oder 20,1 Mio EUR auf 149,4 Mio EUR. Die EBIT-Marge beträgt 6,3%.
Die Effizienzsteigerungs- und O ptimierungsmaßnahmen im Jahr 2009 waren darauf ausgerichtet, dem Umsatzrückgang von 84,5 Mio EUR bestmöglich entgegenzuwirken. Die größten Einsparungseffekte ergaben sich aus Sachkosteneinsparungen sowie durch einen geringeren Abschreibungsbedarf.
Die Kapazität der Anlagen in den Sortierzentren in Österreich ist so dimensioniert, dass die regulatorischen Vorgaben bezüglich der Zustellgeschwindigkeit innerhalb Österreichs (Zustellung von 95% aller Briefe am nächsten Werktag bzw. von 90% aller Pakete innerhalb von zwei Werktagen) erfüllt werden. Zu Spitzenzeiten – vor allem zu Weihnachten – steigen die transportierten Mengen punktuell um bis zu 50% an.
Die Division Brief erwirtschaftete 2009 ein positives EBIT von 221,1 Mio EUR (minus 33,4 Mio EUR im Vergleich zum Vorjahr), bedingt durch die eingetretenen Umsatzrückgänge. Die Division Paket & Logistik verbesserte das EBIT auf minus 9,3 Mio EUR. Die Geschäftstätigkeit war im Jahr 2009 vom Preisdruck in der Branche beeinträchtigt. Eine positive Jahresperformance erreichte das Stammgeschäft in Österreich und Deutschland. Die Division Filialnetz erzielte ein EBIT von minus 9,2 Mio EUR.
Eine Verbesserung wurde im Bereich Sonstiges erzielt. Hier sind unter anderem nicht weiter verrechnete Aufwendungen zentraler Abteilungen, Aufwendungen im Zusammenhang mit leer stehenden Immobilien, Aufwendungen für Sozialplanleistungen an Mitarbeiter sowie die Veränderung von Personalrückstellungen enthalten. Im Bereich Sonstiges ist durch unterschiedliche Rückstellungsveränderungen sowie durch erhöhte Erträge aus Anlageverkäufen im Vergleich zum Vorjahr eine EBIT-Verbesserung auf nunmehr minus 53,5 Mio EUR eingetreten.
Das sonstige Finanzergebnis des Österreichischen Post Konzerns reduzierte sich 2009 auf minus 24,6 Mio EUR, unter anderem bedingt durch das gesunkene Zinsniveau und einen positiven Einmaleffekt im Jahr 2008. Darüber hinaus ist eine Wertminderung des Anteils am Konsortium der BAWAG PSK in der Höhe von 20,0 Mio EUR enthalten. Aufgrund der internationalen Finanzkrise erfolgte bereits 2008 eine Revision des Bewertungsansatzes. In der aktuellen Bewertungseinschätzung wurde ein im Vorjahr im Eigenkapital gebuchter Wertrückgang nun auch erfolgswirksam erfasst.
Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich um 21,1% auf 124,8 Mio EUR. Nach Abzug von Steuern im Ausmaß von 45,1 Mio EUR ergibt sich ein Periodenergebnis (Ergebnis nach Steuern) von 79,7 Mio EUR. Dies entspricht 1,18 EUR je Aktie für das Geschäftsjahr
2009.

1.3.3 Vermögens- und Finanzlage
Die Österreichische Post verfolgt eine risikoaverse Geschäftsgebarung. Dies zeigt sich an der hohen Eigenkapitalquote, den geringen Finanzverbindlichkeiten und der soliden Zahlungsmittelveranlagung mit geringstmöglichem Risiko. Vermögenswerte der Österreichischen Post werden auch weiterhin stetig evaluiert. Gedämpfte Markterwartungen führten zu Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und Finanzinvestitionen.

Die Analyse der Bilanz des Österreichischen Post Konzerns zeigt, dass die Aktiva einen erheblichen Bestand an Finanzmitteln enthalten. In Summe verfügt der Österreichische Post Konzern zum 31. Dezember 2009über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von insgesamt 293,8 Mio EUR und über Finanzinvestitionen in Wertpapiere von 56,7 Mio EUR. Somit ist der Bestand an Finanzmitteln im Jahr 2009 von 340,6 Mio EUR auf 350,5 Mio EUR gestiegen. Die Zahlung der Basisdividende von 1,50 EUR je Aktie und der Sonderdividende von 1,00 EUR je Aktie (in Summe 168,9 Mio EUR) im Jahr 2009 ist hier bereits berücksichtigt. Die Veranlagungspolitik basiert auf dem geringstmöglichen Risiko.
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte nehmen mit 944,3 Mio EUR die größte Position unter den Aktiva ein. Passivseitig zählen das Eigenkapital (38,0%) und die Rückstellungen (34,0%) zu den größten Positionen. Darin ist eine Rückstellung für Unterauslastung mit 285,6 Mio EUR enthalten. Der überwiegende Teil der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 126,8 Mio EUR entstand aus Zugängen durch Unternehmenserwerbe der letzten Jahre.
Da die vorhandenen liquiden Mittel in der Bilanz die Finanzverbindlichkeiten übersteigen, ist die Aufnahme von Fremdkapital – ebenso wie ein Rating – derzeit nicht erforderlich.

Der überwiegende Teil der Bilanzsumme des Österreichischen Post Konzerns von insgesamt 1.775,3 Mio EUR entfällt mit einem Anteil von 64,3% oder 1.141,3 Mio EUR auf langfristiges Vermögen. Innerhalb des langfristigen Vermögens nehmen die Positionen Sachanlagen mit 695,7 Mio EUR sowie Finanzinvestitionen in Wertpapiere und andere Finanzanlagen mit 97,9 Mio EUR eine bedeutende Stellung ein. Zu den größten Posten des kurzfristigen Vermögens gehören mit 317,7 Mio EUR Forderungen sowie mit 293,8 Mio EUR Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
Passivseitig setzt sich die Bilanzsumme aus Eigenkapital (38,0%), langfristigen Verbindlichkeiten (29,0%) und kurzfristigen Verbindlichkeiten (33,1%) zusammen. Die langfristigen Verbindlichkeiten von insgesamt 514,0 Mio EUR beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen (in Summe 453,4 Mio EUR). Bei den kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 587,6 Mio EUR dominieren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (212,7 Mio EUR).

Der Österreichische Post Konzern wies per Ende 2009 eine Nettoverschuldung in Höhe von 231,2 Mio EUR auf. Dieser Betrag errechnet sich als Differenz aus verzinslichen Aktiva (Wertpapiere, andere Finanzanlagen und Zahlungsmittel) von 398,3 Mio EUR und verzinslichem Fremdkapital (Finanzverbindlichkeiten und andere verzinsliche Verbindlichkeiten sowie Sozialkapital und andere verzinsliche Rückstellungen) von 629,5 Mio EUR. Das Verhältnis Nettoverschuldung zu EBITDA beträgt 0,86.
Auf Basis der vorhandenen Liquidität sowie des soliden operativen Cash-Flows kann die Österreichische Post die aktuellen Finanzierungsvorhaben selbst decken. Eine Fremdkapitalaufnahme ist derzeit nicht vorgesehen.
Im Rahmen der Dividendenpolitik beabsichtigt der Konzern für die folgenden Jahre unter der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände auftreten, eine Ausschüttungsquote von zumindest 75% des auf die Aktionäre entfallenden Periodenergebnisses. Es wird eine nachhaltige Dividende von 1,50 EUR pro Aktie angestrebt.

Der Cash-Flow aus dem Ergebnis lag 2009 mit 195,8 Mio EUR um 41,2 Mio EUR unter dem Niveau des Jahres 2008. Die eingetretenen Umsatzrückgänge wirkten sich einnahmenseitig negativ aus, Kosteneinsparungen und geringere Steuerzahlungen konnten dem entgegenwirken.
Der Cash-Flow aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens betrug 2009 34,1 Mio EUR. Diese Veränderung resultiert vor allem aus verminderten Forderungen, aber auch aus erhöhten Verbindlichkeiten. In Summe ergibt sich 2009 ein Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit in Höhe von 230,0 Mio EUR nach 233,4 Mio EUR im Jahr 2008.
Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit betrug 2009 6,9 Mio EUR nach minus 23,1 Mio EUR im Jahr 2008. Die bedeutendsten Positionen sind der Erwerb von Sachanlagen (CAPEX) in Höhe von 65,6 Mio EUR (102,9 Mio EUR im Jahr 2008), der Erlös aus Anlagenverkäufen mit 30,3 Mio EUR (40,0 Mio EUR im Jahr 2008) sowie Erwerb und Verkauf von Finanzinvestitionen in Wertpapiere von 37,3 Mio EUR (47,9 Mio EUR im Jahr 2008). Der Free Cash-Flow betrug somit 236,9 Mio EUR (26,6 Mio EUR über dem Vorjahresniveau). Der Free Cash-Flow vor Wertpapierveränderungen lag 2009 bei 199,6 Mio EUR und damit um 37,2 Mio EUR über dem Vorjahr.
1.4.3 Investitionen
Die Investitionen der Österreichischen Post in Sachanlagen erreichten 2009 ein Volumen von 65,6 Mio EUR.
Fast 25% der Gesamtinvestitionen wurden für Grundstücke, Gebäude und in Bau befindliche Anlagen aufgewendet.Unter anderem wurde in ein Verteilzentrum in Bratislava (6 Mio EUR) sowie in Gebäude in Österreich (9 Mio EUR) investiert.
Die Investitionen in technische Anlagen und Maschinen (11% der Gesamtinvestitionen) betreffen vorwiegend Beschriftungsanlagen und Kuvertiermaschinen der meiller-Gesellschaften, Förder- und Sortieranlagen der trans-o-flex-Gesellschaften sowie Brief- und Paketförderanlagen in Österreich.
Mit einem Anteil von fast 35% ist die Betriebs- und Geschäftsausstattung die bedeutendste Investitionsposition. Sie umfasst im Wesentlichen den Ankauf von Zustellertischen, die Beschaffung von LKWs und das Austauschprogramm der Zustellfahrzeuge in der Division Brief, Fuhrparkinvestitionen sowie Betriebsund Geschäftsausstattung der trans-o-flex-Gesellschaften, Ausstattungen für die Postfilialen sowie diverse Büro- und Geschäftsausstattungen. Für den Erwerb/Verkauf von Tochtergesellschaften, sowie von assoziierten Unternehmen erfolgte 2009 ein Zahlungsmittelabfluss von 1,0 Mio EUR.
1.4.4. Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen
Das Capital Employed des Österreichischen Post Konzerns betrug zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2009 861,7 Mio EUR nach 952,5 Mio EUR zum Jahresende 2008. Der Return on Capital Employed ist im Berichtsjahr von 17,4% auf 16,5% zurückgegangen.


1.4.5 Zustellgeschwindigkeit
Die Österreichische Post hat es sich zum Ziel gesetzt, Anbieter hochqualitativer Dienstleistungen zu sein. Insbesondere in Österreich bestehen hohe Auflagen in der Zustellgeschwindigkeit von Briefen und Paketen. Mit einer Rate von 96,0% für die am nächsten Werktag zugestellten Briefe lag die Österreichische Post AG über der gesetzlichen Vorgabe von 95,0%. Auch bei der Paketzustellung im Rahmen des Universaldienstes (primär Privatpakete) konnte mit 95,5% innerhalb von zwei Werktagen das gesetzliche Ziel von 90,0% übertroffen werden.
1.4.6 Mitarbeiter
Die durchschnittliche Zahl der Vollzeitkräfte des Österreichischen Post Konzerns verringerte sich im Berichtszeitraum gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 4,0% oder 1.081 Mitarbeiter auf nunmehr 25.921 Mitarbeiter. In allen Divisionen war ein Rückgang an Mitarbeitern zu verzeichnen. Der weitaus größte Teil der Konzernmitarbeiter (in Vollzeitkräften) ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (21.598). Mehr als 4.300 Mitarbeiter arbeiten in den Tochterunternehmen.
1.4.7 Laufende Aus- und Weiterbildung
Die zielgruppen- und kompetenzorientierte Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter und Führungskräfte stand 2009 weiterhin im Vordergrund. Das Leistungsspektrum erstreckte sich von Trainings in der Division Brief (Center of Competence, Vertriebsschulungen, Prozessmanagement) über Schulungen im Filialnetz (Direct Marketing, Telefontrainings, Spezialschulungen Philatelie) bis hin zu Aktivitäten in der Division Paket & Logistik (Vertrieb, Zeitmanagement, Qualitätsmanagement).
Die Maßnahmen beinhalteten unter anderem IT-Wissen, arbeitsrechtliche Themen, spezielle EDV-Coachings und Vorbereitungen auf den Europäischen Computerführerschein, Certified Internal Auditor-Ausbildungen und Internes-Kontrollsystem-Trainings. Um den Ausbau der Finanzdienstleistungen in den Postfilialen durch junge, motivierte Mitarbeiter zu unterstützen, bildet die Österreichische Post AG in Zusammenarbeit mit der BAWAG P.S.K. seit 2009 Banklehrlinge aus. Mehr Informationen: http://www.post.at/csr
1.4.8 Gesundheit und Arbeitssicherheit
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie betriebliche
Gesundheitsförderung sind Schlüsselelemente der Unternehmenspolitik des Österreichischen Post Konzerns. Motivierte Mitarbeiter sind die Basis
eines auf menschlicher Arbeitskraft aufgebauten Logistikkonzepts, das den bestmöglichen Service für die Kunden gewährleistet. Eine gesunde und sichere Arbeitsumgebung ist dafür eine unabdingbare Voraussetzung. Die Österreichische Post strebt daher eine betriebliche Gesundheitsförderungs- und Arbeitssicherheitskultur als integralen Bestandteil aller im Unternehmen zu verrichtenden Tätigkeiten an und bekennt
sich zur sozialen Verantwortung auch in Bezug auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Mehr Informationen: http://www.post.at/csr
1.4.9 Umwelt
Der Österreichische Post Konzern bekennt sich zu seiner Verantwortung, einen Beitrag zum schonungsvollen Umgang mit Ressourcen zu leisten. Wo es technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, werden umwelt- und ressourcenschonende Maßnahmen gesetzt, wie etwa die O ptimierung der Transportlogistik und die damit verbundene Entlastung der Umwelt und Senkung der Transportkosten. Per Ende 2009 standen bereits 77 erdgasbetriebene sowie 20 elektrobetriebene Fahrzeuge im Einsatz. Diese ermöglichten aufgrund des geringeren Treibstoffverbrauchs eine Reduktion des CO²-Ausstoßes. Die Zentralisierung der Sammlung und Verwertung von „Wertstoffen“ (Altpapier, Kartonagen, Kunststoff) reduzierte die Entsorgungskosten.
Mehr als 650.000 Pakete und EMS (Express Mail Service)- Sendungen wurden von der Österreichischen Post AG – für die Kunden ohne zusätzliche Kosten – in der Vorweihnachtszeit in Österreich CO²-neutral transportiert. Die verursachten Transportemissionen wurden dabei zu 100% durch die Unterstützung anerkannter externer Klimaschutzprojekte ausgeglichen. In Deutschland, wo das „co²de green“ genannte Angebot entwickelt wurde, wird der CO²-neutrale Versand ab Jänner 2010 flächendeckend angeboten. Mehr Informationen: http://www.post.at/csr
1.4.10 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Es gab keine besonderen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
Als reines Dienstleistungsunternehmen verfolgt die Österreichische Post keine ausgewiesenen Forschungsaktivitäten. Produktinnovation erfolgt auf Basis kontinuierliche Analyse der Markt- und Kundenbedürfnisse.
Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung und Markteinführung innovativer Produkte, die den Bedürfnissen der Kunden entgegenkommen. Die Österreichische Post hat im Geschäftsjahr 2009 eine Vielzahl solcher Lösungen umgesetzt.
Die Innovationen auf dem Gebiet der Digitalisierung von Postsendungen werden von Geschäftskunden verstärkt nachgefragt. So digitalisiert die Post-Tochter Scanpoint nun flächendeckend alle eingehenden Briefe der UNIQA Versicherungen AG in Österreich. Im Bereich Paket & Logistik ist im Geschäftsjahr mit der Lösung Business.Cockpit ein Online-Qualitätstool eingeführt worden, das Geschäftskunden unter anderem eine Auswertung der Laufzeiten sowie die Erstellung von Statistiken über Mengen und Gewicht der Sendungen ermöglicht. Ein weiteres Beispiel für neue Dienstleistungen im Filialnetz sind die Post-Reisen, die in Zusammenarbeit mit dem Reiseveranstalter „Reisefalke“ in den Filiale und im Internet angeboten werden.
Darüber hinaus konnten durch die kontinuierliche Verbesserung der Betriebsmittel Kosten signifikant reduziert und gleichzeitig der Arbeitsalltag für Mitarbeiter in Hinsicht auf Komfort und Gesundheit weiter optimiert werden.
3.1. Division Brief
3.1.1 Marktumfeld 2009 Das Marktumfeld der Division Brief hat sich im Jahr 2009 im Vergleich zu den Vorjahren grundlegend gewandelt. Zuvor konnten Volumensrückgänge, die durch Substitutionseffekte von Briefen durch elektronische Medien verursacht wurden, durch gegenläufige Trends kompensiert werden. Die Rezession hat aber bereits Ende 2008 und verstärkt 2009 dazu geführt, dass vor allem Geschäftskunden Maßnahmen ergriffen haben, um Kosten zu sparen. Zusätzlich zu allgemeinen, rezessionsbedingten Volumensbeeinträchtigungen
erfolgte daher bei vielen Unternehmen ein starker Impuls zur Forcierung elektronischer Medien oder auch zur Gewichtsreduktion von Sendungen,
um Versandkosten zu sparen.
Bei adressierten und unadressierten Werbesendungen kam es zwar zu Rückgängen im Versandhandel, der grundsätzliche Trend zum Einsatz von Direct Mails als effizienteres Kommunikationstool hält jedoch weiterhin an. Die Entwicklung im Jahr 2009 war insgesamt geprägt von einer rezessionsbedingten Preisreduktion bei allen Werbe- und Kommunkationskanälen.

Der Außenumsatz der Division Brief reduzierte sich 2009 gegenüber dem Vorjahr um 4,3% oder 63,2 Mio EUR auf 1.396,8 Mio EUR.
Der stärkste Rückgang erfolgt im Geschäftsfeld Briefpost mit minus 5,4% oder 41,9 Mio EUR. Die negative Wirtschaftsentwicklung veranlasste viele Unternehmen zu Einsparungsmaßnahmen sowie zu einer maßgeblichen Verstärkung der Substitution von Briefen durch elektronische Medien, insbesondere im Kundensegment Telekommunikation. Rückgänge waren auch bei internationalen Sendungsvolumina festzustellen.
Im Geschäftsfeld Infomail (adressierte und unadressierte Werbesendungen) reduzierte sich der Umsatz 2009 um 3,7% oder 20,0 Mio EUR. Hauptgründe für die negative Entwicklung waren der entstandene Preisdruck durch den rezessionsbedingten Rückgang von Werbeausgaben sowie reduzierte Sendungsgewichte. Der Umsatzrückgang erfolgte also bei relativ stabilen Transportmengen, lediglich der Versandhandel zeigte sinkende Tendenzen.
Die Rückgänge im Versandhandel wirkten sich auch negativ auf die Umsatzentwicklung des auf Druckdienstleistungen
und Dokumentenmanagement spezialisierten Unternehmens meiller direct aus (minus 7,2% im Jahr 2009).
Im Geschäftsfeld Medienpost war aufgrund des konjunkturellen Rückgangs bei Tages- und Wochenzeitungen ein Umsatzrückgang von 1,0% oder 1,4 Mio EUR zu verzeichnen.
In Summe erwirtschaftete die Division ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) von 271,1 Mio EUR und liegt damit aufgrund der getätigten Kosteneinsparungsmaßnahmen lediglich um 8,7% bzw. 26,0 Mio EUR unter dem Vorjahresergebnis. Aufgrund höherer Abschreibungen verzeichnete das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) einen Rückgang um 13,1% auf 221,1 Mio EUR
3.2.1 Marktumfeld 2009
Das Marktumfeld der Paket- und Logistikbranche war 2009 überproportional vom Wirtschaftsabschwung betroffen. Die rückläufigen internationalen Handelsströme im B2B-Bereich wirkten sich gleich doppelt negativ aus: einerseits durch den Rückgang an transportierten Mengen und andererseits durch die damit verbundene Preisreduktion aller Anbieter. Die Paketund Frachtunternehmen versuchten durch Preisrabatte Transportmengen zu halten, um freie Kapazitäten in der Logistik zu vermeiden. Der verstärkte Marktdruck führte aber auch zu Konsolidierungseffekten und vermehrter Zusammenarbeit der Anbieter.
Bei Privatkunden (B2C) war auch 2009 ein ungebrochen positiver Trend zu verzeichnen. E-Commerce und Internet-Versandhandel sind weiterhin die Triebfeder für stetige Volumenssteigerungen. Beim von der Österreichischen Post angebotenen Spezialprodukt Kombifracht (Pakete und Paletten in einem Netzwerk) zeigt sich sowohl im Bereich Health- Care/Pharma als auch bei klein- und mittelständischen Unternehmen der Bedarf nach integrierten Lösungen. In den Ländern Südost /Osteuropas sind – analog zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung differenzierte Entwicklungen festzustellen.

Durch die rezessionsbedingte Preis- und Mengenentwicklung 2009 reduzierte sich der Außenumsatz der Division Paket & Logistik 2009 um 2,2% auf 768,4 Mio EUR. Im internationalen Vergleich fiel dieser Rückgang somit relativ gering aus. In allen Paket- und Logistikmärkten war ebenfalls ein rezessionsbedingter Mengenrückgang festzustellen.
Im Produktsegment Premiumpaket (Paketzustellung innerhalb von 24 Stunden) wurde 2009 ein Umsatz von 623,9 Mio EUR nach 659,6 Mio EUR in 2008 erzielt. Diese Entwicklung mit einem Rückgang von 5,4% im Jahresvergleich ist stark an das internationale Fracht- und Expressgeschäft gekoppelt, wo sich der konjunkturelle Abschwung in reduzierten Durchschnittspreisen niedergeschlagen hat. Etwa 81% dieses Umsatzes werden von der trans-o-flex-Gruppe in Deutschland, Belgien und den Niederlanden erwirtschaftet. Aufgrund der guten Qualität konnten in den trans-o-flex-Kernmärkten die Sendungen sogar gesteigert werden. In Österreich wurden10% der Umsätze erzielt – bei einem gestiegenen Marktanteil. Die Region Südost-/Osteuropa mit 9% komplettiert die internationale Ausrichtung dieses Produktsegments. Per 1. Juli 2009 wurde das Unternehmen Rhenus Life Sciences in Deutschland erworben. Das Unternehmen ist in Transport und Lagerung von Produkten für den Gesundheitsmarkt und in der temperaturgeführten Transportlogistik tätig.
Entgegen dem Markttrend sind die Umsätze des Produktsegments Standardpaket in Österreich gewachsen. Durch eine stetige Steigerung der Internetbestellungen sowie durch den Neukunden Hermes seit 1. Juni 2009 erfolgte ein beträchtlicher Umsatzanstieg von 9,1% auf 134,4 Mio EUR. Der Paketumsatz in Österreich in Summe zeigte mit einer Steigerung um 11,5% auf rund 200 Mio EUR eine äußerst erfolgreiche Entwicklung und gleichzeitig erhöhte Marktanteile, sowohl im Bereich Privatkundenpaket (B2C) als auch bei Businesspaketen (B2B).
Das EBIT der Division Paket & Logistik betrug 2009 minus 9,3 Mio EUR. Darin inkludiert sind jedoch Sondereffekte wie etwa Integrationskosten und operative Verluste der per 1. Juli 2009 erworbenen Gesellschaft Rhenus Life Sciences von rund 6,0 Mio EUR. Das Stammgeschäft in Deutschland und Österreich konnte trotz des rezessionsbedingten Preis- und Mengendrucks im Jahr 2009 ein positives Ergebnis erwirtschaften
3.3.1 Marktumfeld 2009
Das Marktumfeld für das Filialnetz der Österreichischen Post wird durch zahlreiche Mitbewerber aus unterschiedlichen Bereichen bestimmt, darunter auch Banken und Fachhändler für Kommunikationsoder Büroprodukte.
Bei Telekommunikationsprodukten zeigt sich eine zunehmende Marktsättigung. Den stagnierenden Verkaufs- bzw. Anschlusszahlen im Telefonbereich wird durch den forcierten Verkauf von Zusatzanwendungen sowie von mobilen Internetangeboten begegnet. Im Bereich Retail Banking – hier werden Produkte des Bank Partners BAWAG PSK vertrieben – zeigt sich eine hohe Wettbewerbsintensität und ein Trend zu einfachen und sicheren Produkten.

Der Außenumsatz der Division Filialnetz entwickelte sich im Jahr 2009 mit minus 1,4% oder 2,7 Mio EUR leicht rückläufig. Rückgänge in dieser Größenordnung gab es sowohl bei Finanzdienstleistungen sowie bei Prepaid-Produkten in der Mobiltelefonie.
Die strukturelle Veränderung in der Bedeutung des Filialnetzes für das Handling von Briefen und Paketen zeigt sich am Rückgang des Innenumsatzes um 10,2% bzw. 21,1 Mio EUR. Einerseits rezessionsbedingt, andererseits dadurch, dass Briefsendungen von Großkunden vermehrt direkt abgeholt werden, sind die Volumina nachhaltig rückläufig.
Das Filialnetz der Österreichischen Post muss an die geänderten Bedürfnisse angepasst werden. Anfang des Jahres 2009 wurden etwa 290 unrentable Postfilialen definiert, die auf fremdbetriebene Post.Partner- Filialen umgestellt werden sollten. Tatsächlich umgewandelt wurden ca. 140 dieser Filialen, die weitere Umwandlung von 144 Poststellen wurde durch einen Bescheid des Verkehrsministeriums untersagt. Erst das neue Postmarktgesetz sieht ab Jänner 2010 neu geregelte Voraussetzungen vor, um Postdienstleistungen effizienter mit lokalen Nahversorgern zu organisieren.
Das EBIT der Division Filialnetz betrug 2009 minus 9,2 Mio EUR nach plus 14,5 Mio EUR im Jahr 2008. Die ursprünglich geplanten Einsparungen konnten durch die behördlich verzögerte Umwandlung von unrentablen Kleinpostämtern nur teilweise realisiert werden.
4.1. Ausblick 2010
Die Entwicklung des Jahres 2009 hat gezeigt, dass die Wirtschaftskrise ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Österreichische Post war. Einerseits entstand rezessionsbedingter Druck auf Brief- und Paketumsätze, andererseits wirkte die Krise als Katalysator für den bestehenden Trend der Substitution von Briefen durch elektronische Medien. Diese Volumensrückgänge sind weiter anhaltend.
Die Österreichische Post geht für 2010 davon aus, dass die Umsätze in der Division Brief – primär bedingt durch elektronische Substitution – weiter rückläufig sein werden. Das Ausmaß des Umsatzrückgangs ist schwer einzuschätzen, angelehnt an internationale Erfahrungen erscheint eine Bandbreite von minus 3% bis minus 5% realistisch. In der Division Paket & Logistik wird aufgrund der sich verbessernden internationalen
Rahmenbedingungen mittelfristig mit einem Wachstum von 6–9% pro Jahr gerechnet. Bereits 2010 sollte sich – basierend auf den derzeit vorliegenden Konjunkturschätzungen – im Jahresverlauf eine Verbesserung des Paketumsatzes einstellen. Auf Grundlage dieser
Annahmen geht die Österreichische Post davon aus, dass der Umsatz des Konzerns 2010 um etwa 1–2% unter dem Niveau des Jahres 2009 liegen wird.
Mittelfristig soll – durch Nutzung der sich bietenden Wachstumschancen – der potenzielle Volumensrückgang in der Division Brief mehr als kompensiert werden, sodass eine Umsatzsteigerung im Konzern von 1–2% pro Jahr angepeilt wird.
Im Programm post@2011 hat das Unternehmen eine Reihe strategischer Ziele und operativer Maßnahmen definiert, um sowohl umsatzseitige Wachstumschancen zu nutzen als auch kostenseitige Einsparungspotenziale zu realisieren. Ziel ist es, die Gesamtkosten des Konzerns weiter nachhaltig zu senken, die hohe Ertragskraft zu erhalten und eine nachhaltige EBITDA-Marge von 10–12% zu erzielen. Auch für das Jahr 2010 wird eine EBITDA-Marge von 10–12% angestrebt.
Hinsichtlich der erwarteten Finanzierungserfordernisse für 2010 geht die Österreichische Post von erforderlichen Anlageinvestitionen (CAPEX) im Ausmaß von etwa 80 Mio EUR aus.
In der internationalen Ausrichtung behalten die Integration und der Ausbau bestehender Netze Vorrang, ebenso wie die Steigerung der operativen Performance der Tochtergesellschaften. Ab 2010 ist ein nachhaltig positiver Ergebnisbeitrag der internationalen Beteiligungen vorgesehen. Weitere Akquisitionen sind nur im Kerngeschäft der Österreichischen Post und auch nur von Unternehmen mit wachstumsbasierten
Geschäftsmodellen geplant. Aktuell sind keine großen Akquisitionsziele absehbar.
Für das Geschäftsjahr 2009 wird der Vorstand der Österreichischen Post in der Hauptversammlung am 22. April 2010 eine Dividende von 1,50 EUR pro Aktie vorschlagen.
Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur und Cash-Generierung wird die bestehende attraktive Dividendenpoliti auch mittelfristig fortgesetzt: Unter der Voraussetzung einer weiterhin guten Geschäftsentwicklung und unter der Annahme, dass keine außergewöhnlichen Umstände eintreten, werden 75% des Nettoergebnisses an die Aktionäre ausgeschüttet. Es wird eine jährliche Dividende von 1,50 EUR pro Aktie angestrebt.
4.2.1 Struktur der Dienstverhältnisse
Ein Großteil der Mitarbeiter des Österreichischen Post Konzerns steht in einem öffentlich-rechtlichen
Dienstverhältnis und unterliegt den Bestimmungen des Beamtendienstrechts. Daraus ergeben sich Besonderheiten im Zusammenhang mit der dienstrechtlichen Verwendung. Bei einem Großteil der Belegschaft kann es durch die bestehenden rechtlichen Bedingungen zu keiner Kapazitätsanpassung im Falle von Mengenverlusten kommen, außerdem ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an eventuell niedrigere
Marktkonditionen möglich. Das Beamtendienstrecht führt insgesamt zu einer geringen Kostenflexibilität. Der Österreichische Post Konzern ist im Zuge der Vorbereitung auf den liberalisierten Markt zunehmend mit den Grenzen der dienstrechtlichen Verwendungsmöglichkeiten
für die ihm zugewiesenen Beamten konfrontiert. Die Lösung dieser Problematik nimmt im Dialog mit dem verantwortlichen Gesetzgeber
eine besondere Rolle ein.
Aus Änderungen des Poststrukturgesetzes 1996 und den laufenden Ä nderungen des Beamtendienstrechts können sich für den Österreichischen Post Konzern, soweit diese Regelungen nicht auf die spezielle Wettbewerbssituation des Österreichischen Post Konzerns Rücksicht nehmen, zusätzliche Belastungen und unerwartete Mehrkosten ergeben, auf deren Entstehen der Konzern keinen Einfluss hat.
Der österreichische Gesetzgeber hat vorgesehen, dass die für Beamte auf Bundesebene 2008 getroffene Pensionskassenregelung sinngemäß auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anzuwenden wäre, was gegebenenfalls einen erhöhten Personalaufwand für den Österreichischen Post Konzern bedeuten könnte, falls diese Regelung tatsächlich auf die Gesellschaft anzuwenden ist.
Nach dem Poststrukturgesetz 1996 sind Ä nderungen des Beamtendienstrechts, die für Bundesbeamte eingeführt werden, grundsätzlich auch auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anwendbar. Im Ergebnis können Ä nderungen des Beamtendienstrechts daher unmittelbar die Kostenstruktur der Gesellschaft verändern. Ebenso können aus unterschiedlichen Interpretationen des Poststrukturgesetzes weitere Risiken grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden, wobei nach derzeitigem Kenntnisstand keine weiteren Ansprüche gegenüber der Post durchsetzbar sein sollten.
Zur Erhöhung des Qualifikationsniveaus der Mitarbeiter wurden umfassende Maßnahmen gesetzt. Darüber hinaus wurde eine besondere Betriebsvereinbarung zur Milderung der Folgen von Restrukturierungsmaßnahmen abgeschlossen. Der Strukturthematik im Bereich
der Bediensteten begegnet der Österreichische Post Konzern mit zunehmend flexibleren Arbeitsprozessen und Arbeitszeitmodellen.
Unternehmen des Österreichischen Post Konzerns bedienen sich – wie in der Brief-, Paket-, Zeitungszustellund Werbemittelverteilbranche üblich – zur Beförderung und Zustellung von Sendungen selbstständiger Subunternehmer, die zum Teil aus dem EU-Ausland kommen. Die Qualifikation der Tätigkeit von Subunternehmern als selbstständige Werkunternehmer hängt von den jeweiligen spezifischen Umständen des Einzelfalls ab, die in einer Gesamtbetrachtung beurteilt werden.
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die zuständigen Gerichte und Verwaltungsbehörden einzelfallbezogen die Unzulässigkeit dieser Form der Beschäftigung feststellen sowie Verwaltungsstrafen aussprechen und darüber hinaus andere verwaltungs-, insbesondere gewerberechtliche Sanktionen auferlegen
4.2.2 Technische Risiken Der Österreichische Post Konzern ist in hohem Maße auf die Verwendung von komplexen technischen Systemen angewiesen und setzt bei der Erbringung seiner Dienstleistungen maßgeblich auf den Einsatz von Datenverarbeitungssystemen, modernen Kommunikationsmedien und anderen technischen Einrichtungen. Im Rechenzentrumsbetrieb wird eine O utsourcing- Strategie verfolgt. Vor diesem Hintergrund hat der Österreichische Post Konzern in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um sein Verteilnetz zu modernisieren. Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funktionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab.
Weiters ist nicht absehbar, ob es im Vorfeld der für die Vorbereitung auf den liberalisierten Markt durchzuführenden Umstrukturierungen zu kurz- oder längerfristigen kollektiven Arbeitsniederlegungen seitens der Belegschaft kommt. Sollten technische Systeme vorübergehend oder dauerhaft ausfallen oder sollte es zu unberechtigten Datenzugriffen und Datenmanipulationen kommen oder sollten längerfristige kollektive Arbeitsniederlegungen stattfinden, könnte dies zu Störungen des Geschäftsablaufs und zu Verlusten von Reputation und Kunden führen sowie zusätzliche Kosten verursachen. Zur Bewältigung dieser technischen und operativen Risiken wurden Sicherheitsmaßnahmen, Prozesse und Regeln festgelegt, die verschiedene Eventualitäten abdecken und einen reibungslosen Ablauf sicherstellen sollen. Durch Vertragsgestaltung und Servicelevelmanagement wird die Verfügbarkeit der outgesourcten Tätigkeiten abgesichert. Die Vertragspartner sind verpflichtet, einschlägige gültige Zertifizierungen vorzuweisen.
4.2.3 Regulatorische und rechtliche Risiken
Der Österreichische Post Konzern erwirtschaftet einen erheblichen Teil seines Umsatzes im reservierten Postdienst. Die vollständige Öffnung des österreichischen Postmarkts ist für 1. Jänner 2011 vorgesehen. Daraus ergeben sich Risiken einer Marktanteilsveränderung. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Zeitraum nach der vollständigen Liberalisierung wurden mit dem im Dezember 2009 verlautbarten Postmarktgesetz neu geregelt, welches (größtenteils) mit 1. Jänner 2011 in Kraft treten wird. Dieses Postmarktgesetz sieht in vielen Bereichen keine Gleichbehandlung zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Mitbewerbern vor, sondern eine Mehrbelastung der Österreichischen Post AG.
Die Österreichische Post AG ist im Rahmen des Universaldienstes verpflichtet, in ganz Österreich ein Mindestangebot von Postdienstleistungen in vergleichbarer Qualität anzubieten und ein flächendeckendes Netz von 1.650 Post-Geschäftsstellen sicherzustellen. Mit eigenem Personal betriebene Post-Geschäftsstellen dürfen nur nach Durchführung eines behördlichen Aufsichtsverfahrens geschlossen werden, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Österreichische Post – zumindest vorübergehend – zur Führung unrentabler Standorte verpflichtet ist.
Als Abgeltung für diese kostenintensive Verpflichtung wurde der Gesellschaft der reservierte Postdienst übertragen. Das Postmarktgesetz sieht nunmehr vor, dass die Gesellschaft – als einziger Postdienstanbieter in Österreich – auch nach vollständiger Freigabe des reservierten Dienstes mit 31. Dezember 2010 zur umfassenden Erbringung des Universaldienstes verpflichtet sein wird. Der Ersatz der Universaldienstnettokosten wird dann über einen Ausgleichsfonds abgewickelt werden, wobei die Last der Kostentragung zwischen der Gesellschaft und den anderen konzessionierten Postdienstanbietern nach Marktanteilen geteilt wird. In diesen Ausgleichsfonds müssen nur solche konzessionierte Postdienstanbieter einzahlen, deren Jahresumsätze aus der konzessionierten Tätigkeit 1 Mio EUR übersteigen. Zudem werden der Gesellschaft nur so weit Universaldienstnettokosten ersetzt, als diese 2% der jährlichen Gesamtkosten der Gesellschaft übersteigen. Davon ausgehend, dass die Gesellschaft auch nach der Marktöffnung einen beträchtlichen Marktanteil innehaben wird, muss die Österreichische Post AG den überwiegenden Teil der Universaldienstnettokosten und die Administration des Ausgleichsfonds selbst finanzieren.
Weiters verpflichtet das Postmarktgesetz die Österreichische Post dazu, dass sie bestehende Hausbrieffachanlagen im Zeitraum von 1. Jänner 2011 bis 31. Dezember 2012 derart umrüstet, dass sie auch für den Mitbewerb zugänglich sind. Die dadurch entstehenden Umrüstungskosten sind zwischen der Österreichischen Post und den konzessionierten Postdienstanbietern zu 90% im Verhältnis der Marktanteile und nur zu 10% nach der Zahl der konzessionierten Postdienstanbieter aufzuteilen. Geht man von einem hohen Marktanteil aus, wird die Österreichische Post AG den Großteil der Umrüstungskosten selbst tragen müssen.
Sofern es infolge der Liberalisierung zu keiner Gleichbehandlung im Hinblick auf Beschäftigungsverhältnisse und gesetzliche Leistungsanforderungen zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Mitbewerbern und einer adäquaten Abgeltung des Universaldienstes kommt, ist eine signifikante Ergebnisbelastung für die Österreichische Post AG nicht auszuschließen.
In der Öffentlichkeitsarbeit des Österreichischen Post Konzerns nimmt die Thematik der Liberalisierung im Dialog mit allen Stakeholdern großen Stellenwert ein. Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, auf di ungenügende Abgeltung des Universaldienstes und die Problematik der asymmetrischen Marktöffnung hinzuweisen.
Die Österreichische Post geht derzeit nicht davon aus, dass sie verpflichtet wird, ihren Mitbewerbern Zugang zu Teilleistungen einzuräumen. In einem solchen Fall könnten diese jedoch in besonders lukrativen Marktsegmenten Postdienstleistungen selbst erbringen und in weniger lukrativen Marktsegmenten auf Teilleistungen der Österreichischen Post zurückgreifen. Dies könnte zu erheblichen Ergebnisbeeinträchtigungen führen.
Im Hinblick auf die einschlägige EuGH-Rechtsprechung kann davon ausgegangen werden, dass die Umsatzsteuerbefreiung der Österreichischen Post im Zusammenhang mit der Erbringung von Postdiensten teilweise aufgehoben werden wird. In diesem Fall wird das Unternehmen einerseits versuchen, die Preisstruktur kundenseitig zu adaptieren, wobei die marktmäßige Durchführbarkeit nicht sichergestellt ist. Es können sich somit negative Umsatzentwicklungen ergeben, insbesondere bei Kundengruppen, die nicht zum Abzug der Vorsteuer berechtigt sind. Profitieren wird die Österreichische Post jedoch durch eine wesentliche Erhöhung der verrechenbaren Umsatzsteuer(Vorsteuer)-Beträge.
Mit zunehmender Liberalisierung des Postmarkts könnte der Österreichische Post Konzern gezwungen sein, für bestehende Betriebsanlagen nachträglich gewerberechtliche Genehmigungen zu beantragen.
Die Österreichische Post AG unterliegt in der Preisfestsetzung im Universaldienst einschließlich des reservierten Bereichs rechtlichen Einschränkungen; die Entgelte für die betroffenen Leistungen bedürfen entweder einer vorherigen Genehmigung oder unter liegen einer nachträglichen Kontrolle. Die Gesellschaft kann deshalb im Bereich des Universaldienstes nur eingeschränkt durch Preisanpassungen auf Marktveränderungen reagieren.
Seit 1. Jänner 2008 haben die Post-Control-Kommission und die Rundfunk und Telekom Regulierungs- GmbH in Umsetzung der Postgesetz-Novelle 2006 die Funktion der Regulierungsbehörde vom Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie übernommen. Die Kompetenzen der Regulierungsbehörde sind zwar unverändert geblieben, es könnten aber in der Vollziehung der maßgeblichen Regelungen des Postgesetzes Unterschiede zur bisher gängigen Praxis auftreten. So befindet sich die Österreichische Post AG derzeit etwa in einer rechtlichen Auseinandersetzung über die Befugnisse der Post-Control-Kommission im Zusammenhang mit der Rabattgewährung, da diese ihre Zuständigkeit weiter auslegt, als es der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie getan hat. Der Ausgang dieser rechtlichen Auseinandersetzung könnte sich gegebenenfalls auf die Eigenständigkeit der Österreichischen Post bei der Rabattgewährung einschränkend auswirken.
Im europäischen Verkehr drängt das Abrechnungssystem nach dem „Agreement for the Remuneration of Mandatory Deliveries of Cross-Border Mails“ (REIMS III und IV) das Abrechnungssystem des Weltpostvereins zurück. Bei REIMS III und IV handelt es sich um eine Vereinbarung über Endvergütungen im grenzüberschreitenden Postdienst, dem jedoch nur 23 europäische Postunternehmen angehören. Die Parteien des REIMS III
und REIMS IV gehen davon aus, dass diese Vereinbarung – wie ihre Vorgängerregelung (REIMS II) – gemäß Art. 81 (3) EG-Vertrag vom Kartellverbot freigestellt ist. Die Abrechnung des grenzüberschreitenden Postdienstes mit den Postgesellschaften in den anderen EU-Ländern
setzt bi- oder multilaterale Vereinbarungen mit diesen voraus. Über das regulatorische Umfeld im Postmarkt hinaus muss der Österreichische Post Konzern im Rahmen seines ordentlichen Geschäftsbetriebs eine Vielzahl von rechtlichen Beschränkungen beachten. So sind die vertraglichen und faktischen Gestaltungsspielräume des Unternehmens etwa durch wettbewerbsrechtliche Regelungen eingeschränkt. Die kartellrechtliche Zulässigkeit von Vereinbarungen und Geschäftspraktiken des Österreichischen Post Konzerns war in der Vergangenheit bereits Gegenstand kartellrechtlicher Untersuchungen und Verfahren. Sonstige rechtlich Risiken ergeben sich auch aus nicht vorhersehbaren Gerichtsverfahren mit Mitbewerbern und Kunden. Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisbeeinträchtigungen durch regulatorische und rechtliche Risiken ist der Österreichische Post Konzern bestrebt, in seinen Kernprozessen eine Erweiterung der Wertschöpfung und des Produktportfolios zu erzielen, um
seinen Kunden noch bessere Leistungen anzubieten und eine Qualitätsoptimierung zu erreichen. Darüber hinaus beabsichtigt der Österreichische Post Konzern, vermehrt Umsätze im bereits liberalisierten Bereich zu erwirtschaften.
4.2.4 Finanzielle Risiken
Finanzielle Risiken des Österreichischen Post Konzerns umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kredit-/Kontrahenten-
und Produktrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Währungsänderungsrisiko sowie organisatorische Risiken. Eine detaillierte Darstellung der finanziellen Risiken findet sich im Anhang zum Konzernabschluss des Österreichischen Post Konzerns.
Der Konzern hat im Zuge seiner Expansion bedeutsame Firmenwerte und nicht abnutzbare Markenrechte bilanziert. Diese müssen gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment) unterzogen werden. Falls Wertminderungen festgestellt werden, sind diese Firmenwerte abzuschreiben.
4.2.5 Markt- und Wettbewerbsrisiken
Der Österreichische Post Konzern erwirtschaftet den überwiegenden Teil seines Umsatzes in Österreich.
Sollte das Wirtschaftswachstum in Österreich weiter nachlassen, könnte dies zu einer Abschwächung der Nachfrage führen. Sollten sich die derzeitigen Prognosen zum Wirtschaftswachstum verschlechtern, so könnten Planungsprämissen verworfen werden müssen.
Dem Geschäftsmodell könnte die Planungssicherheit entzogen werden. Ferner erwirtschaftet das Unternehmen einen nicht unbedeutenden Anteil
des Umsatzes mit einer geringen Anzahl von Großkunden. Das wirtschaftlich erfolgreiche Weiterbestehen der Großkunden ist wesentlich für die stabile Entwicklung des Österreichischen Post Konzerns. Großkunden sind vertraglich nicht verpflichtet, ihre Postsendungen vom Österreichischen Post Konzern befördern zu lassen, und könnten sich entscheiden, mittelfristig zumindest einen Teil ihrer Postsendungen
Wettbewerbern der Österreichischen Post zur Zustellung zu übergeben.
Klassische Briefsendungen werden zunehmend durch E-Mail oder andere elektronische Medien ersetzt. Der Trend zur elektronischen Substitution von Briefen, insbesondere zur elektronischen Zustellung, wurde durch die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre beschleunigt und wird auch weiterhin fortbestehen.Diese Entwicklung kann zu nicht unerheblichen Volumensrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen.
Der Brief- und Paketmarkt ist durch zunehmenden Wettbewerb gekennzeichnet. Insbesondere das B2CPaketgeschäft – hier nimmt die Österreichische Post eine führende Stellung am österreichischen Markt ein– ist zum einen von der wirtschaftlichen Entwicklung seines Kundensegments und zum anderen vom sich durch das etwaige Auftreten weiterer alternativer Anbieter verschärfenden Wettbewerb abhängig, sodass ein entsprechender Umsatzausfall nicht ausgeschlossen werden kann. Das Unternehmen ist bestrebt, Kunden durch attraktive Leistungsangebote an sich zu binden.
Des Weiteren wird dem Mengenrückgang infolge von Substitution von Briefsendungen durch E-Mail mit neuen Produkten und Dienstleistungen, etwa im Bereich Infomail oder im B2B-Geschäft und vor allem entlang der Wertschöpfungskette, entgegengewirkt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass infolge von Ä nderungen der gesetzlichen Zustellvorschriften für behördliche Sendungen ein Teil dieser Sendungen nicht mehr über den Österreichischen Post Konzern zugestellt wird. Die Diversifikation auf mehrere Märkte trägt dazu bei, Risiken einzelner Branchen weit zu
streuen bzw. gering zu halten.
Ein Bestandteil der Strategie des Österreichischen Post Konzerns ist das Wachstum durch selektive Akquisitionen und Kooperationen. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu finden und erworbene Unternehmen erfolgreich zu integrieren. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße vom Investitionsvolumen bzw. von den Akquisitionspreisen sowie politischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Faktoren abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher strikten finanziellen Kriterien gerecht werden.
In der Division Filialnetz sind die Erträge aus Finanzdienstleistungen vom Markterfolg des Kooperationspartners BAWAG PSK, die Erträge im Kommunikationsgeschäft vom Markterfolg des Kooperationspartners Telekom Austria abhängig. Insgesamt kann sich das geringere Wirtschaftswachstum belastend auf die Volumens- und Marktentwicklung bei Briefen, Werbesendungen und Paketen auswirken, und somit kann die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns an Dynamik verlieren.
Der Österreichische Post Konzern ist – als international tätiges Post- und Logistikdienstleistungsunternehmen – im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit operativen Risiken ausgesetzt, mit denen sich das Unternehmen bewusst ausei andersetzt. Durch die Konzentration
auf das Kerngeschäft sowie die jahrzehntelange Erfahrung in diesem Geschäft ist es dem Österreichischen Post Konzern möglich, diese Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung rasch zu setzen
5.1. Kontrollumfeld
Im Bereich Konzernrechnungslegung setzt sich die Aufbauorganisation aus den lokalen Rechnungswesenabteilungen in den Konzernunternehmen sowie dem zentralen Konzernrechnungswesen der Österreichischen Post AG zusammen.
Die Konzernunternehmen erstellen auf Gesellschaftsebene zeitgerecht vollständige und richtige IFRSEinzelabschlüsse gemäß den konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften. Die IFRSEinzelabschlüsse sind die Ausgangsbasis für die Weiterverarbeitung im zentralen Konzernrechnungswesen.
Die Erstellung des Konzernabschlusses obliegt dem Konzernrechnungswesen, dessen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche im Wesentlichen die Betreuung der Meldedatenübernahme der Konzernunternehmen,die Durchführung der Konsolidierungs- und Eliminierungsmaßnahmen sowie die analytische Aufbereitung der Konzernabschlussdaten und die entsprechende Erstellung von Finanzberichten umfassen.
Der Ablauforganisation in der Konzernabschlusserstellung liegt ein strikter Terminplan zugrunde. Die Termine werden für ein gesamtes Geschäftsjahr erstellt und veröffentlicht. Zusätzlich erhalten die Konzernunternehmen quartalsweise in Form des Konzerninformationsschreibens detaillierte Informationen und Konzernvorgaben zu ausgewählten Themen der Quartalsabschlusserstellung. Entsprechend dem Fertigstellungs-/ Veröffentlichungstermin des Monats-/Quartalsabschlusses bestehen sowohl in den lokalen O rganisationseinheiten als auch im Konzernrechnungswesen detaillierte Terminpläne und Arbeitskalender zur Abschlusserstellung und Berichtsaufbereitung.
5.2. Risikobeurteilung
Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Qualitätssicherungsmaßnahmen implementiert, mit der Zielsetzung, dass die IFRSEinzelabschlüsse für die Zwecke der Konsolidierung
richtig erfasst sind. Diese Maßnahmen umfassen einerseits automatisierte Kontrollen (Validierungen) in SAP SEM-BCS und andererseits manuelle Kontrollen der Mitarbeiter der Tochtergesellschaften sowie der Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens.
Ausgehend von den Abschlüssen der Konzernunternehmen führt das Konzernrechnungswesen in mehreren Stufen umfangreiche Plausibilitäts- und Datenqualitätschecks durch, welche sicherstellen sollen, dass die Daten, die die Transaktionen der Konzernunternehmen abbilden, für die Zwecke der Konsolidierung bzw. die Erstellung des Konzernabschlusses richtig erfasst sind.
Die mehrstufige Überprüfung der Abschlussdaten sieht vor, dass die Abschlüsse der Konzernunternehmen auf Gesellschaftsebene vor Konsolidierung sowie in weiteren Stufen nach Konsolidierung zentral auf Positions-, Segment- und Konzernebene analysiert werden. Die zentrale Datenanalyse umfasst die Prüfung der erforderlichen Eliminierungen, die IFRS 8- Segmentdarstellung sowie Ausweisänderungen auf Konzernebene. Erst nach Durchführung der Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.
5.3. Kontrollmaßnahmen
Der Konzernabschluss der Österreichischen Post wird auf Grundlage von SAP SEM-BCS monatlich in Form
einer Simultankonsolidierung erstellt. Die Erfassung der Anhangangaben sowie die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt ebenfalls über SAP SEM-BCS.
Die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Konzernhandbuch zusammengefasst. IFRS-Neuerungen werden vom Konzernrechnungswesen laufend überwacht und quartalsweise als IFRS-Updates zum Konzernhandbuch veröffentlicht. Einmal jährlich erfolgen die Einarbeitung der Updates und die Veröffentlichung der aktualisierten Jahresversion des Konzernhandbuchs.
Zusätzlich zum Konzernhandbuch bestehen Richtlinien und Fachkonzepte zu ausgewählten Konzernprozessen, insbesondere zu Konsolidierungskreisänderungen und Akquisitionen. Im Bereich der Stammdaten (z.B. SAP SEM-Positionen, SAP-Konzernkontenplan, Kundendaten) sind zentrale Anlage-/Änderungsprozesse definiert worden. Die Konsolidierungsprozesse sind im Konsolidierungshandbuch
beschrieben. Das Konsolidierungshandbuch vermittelt einen zusammenfassenden Überblick zum Ablauf der Erstellung des Konzernabschlusses mittels SAP SEM-BCS, zu den Qualitätssicherungsmaßnahmen und zur Berichterstattung im Konzernrechnungswesen. Aufbauend auf den betriebswirtschaftlichen Konsolidierungsregeln werden die Konsolidierungsmethoden im Österreichischen Post Konzern dokumentiert und spezifiziert.
Die IFRS-Einzelabschlüsse werden überwiegend mittels SAP R/3 erstellt. Die IFRS-Überleitung erfolgt im Zuge der parallelen (dualen) SAP-Rechnungslegung. Die Übernahme der Meldedaten in SAP SEM-BCS erfolgt mittels automatisiertem Upload.
5.4. Information und Kommunikation
Zu Zwecken der Überwachungs- und Kontrollfunktion wird der Konzernabschluss durch die EBIT- bzw. Ergebnisüberleitung kontrolliert. Dabei wird eine Überleitung der Einzelabschlüsse auf den Konzernabschluss unter Berücksichtigung der im Konzern durchgeführten Buchungen und Eliminierungen vorgenommen.
Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktionen werden wesentlichen Führungsebenen vorläufige Konzernabschlussdaten zur Verfügung gestellt.Im Zuge der Konzernabschlusserstellung werden folgende Berichte erstellt:
■ Aufsichtsratsbericht
■ Zwischenberichte
■ Datenanalyse und Auswertung
■ Interner Beteiligungsbericht
Adressaten des vorläufigen sowie des vierteljährlich erstellten Aufsichtsratsberichts sind in erster Linie der Vorstand und der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG.
Neben dem Aufsichtsratsbericht und dem gesetzlich vorgeschriebenen Anhang/Zwischenbericht nach IAS 34 werden weitere interne Zwischenberichte, die weiterführende Erläuterungen zu ausgewählten Positionen, Ergebnisüberleitungen und Kennzahlen enthalten, erstellt.
Ein wesentlicher Punkt in der internen Berichterstattung des Österreichischen Post Konzerns ist die Datenanalyse und Auswertung. Diese beinhaltet vor allem die Berechnung des Konzern-Cash-Flows sowie die dazugehörigen detaillierten Erläuterungen. Weiters fällt unter diesen Punkt der Berichterstattung die Berechnung von ergebnis- und wertorientierten sowie Liquiditätskennzahlen.
Vom Controlling wird monatlich ein interner Beteiligungsbericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung der Konzernunternehmen enthält. Dieser Bericht wird ebenfalls dem Vorstand zur Verfügung gestellt.
Die Berichterstattung an die Aktionäre der Österreichischen Post AG erfolgt durch Investor Relations in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex sowohl über die Website von Investor Relations, www.post.at/ir, als auch über direkte
Gespräche mit den Investoren. Die veröffentlichten Informationen werden allen Investoren zeitgleich zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu den Pflichtpublikationen (Jahresfinanzbericht/Geschäftsbericht, Zwischenbericht über das erste Quartal, Halbjahresfinanzbericht
und Zwischenbericht für die ersten dreiQuartale eines jeden Jahres) stehen den Investoren auf der Investor Relations-Website zahlreiche weitere
Informationen, unter anderem Investoren-Präsentationen, Informationen rund um die Aktie, Ad hoc-Mitteilungen oder Finanzkalender, zur Verfügung.
5.5. Überwachung
Kernpunkt des operativen Risikomanagements bildet die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von wesentlichen Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit. Dieser Prozess wird von Schlüsselpersonen in den Divisionen und den Geschäftsfeldern getragen. Die divisional angelegte Organisationsstruktur gliedert sich in drei operativ tätige Divisionen bzw. fünf Geschäftsfelder sowie in unterstützende und beratende Zentral- und Serviceeinheiten.
Die Tochtergesellschaften des Österreichischen Post Konzernswerden dabei im Wesentlichen je nach Tätigkeitsschwerpunkt den einzelnen Divisionen und Geschäftsfeldern zugeordnet. Die in den jeweiligen Einheiten bestehenden wesentlichen Geschäftsrisiken werden identifiziert und laufend beobachtet. Auf dieser Basis werden angemessene Risikomaßnahmen, wie z.B. Backups oder Notfallpläne, festgelegt.
Für den gesamten Österreichischen Post Konzern besteht ein einheitliches Risikomanagementsystem, das alle Organisationseinheiten und wesentliche Tochtergesellschaften sowie ein internes Kontrollsystem für alle wesentlichen Prozesse einschließt.
Der Vorstand der Österreichischen Post hat ein umfangreiches, systematisches und effizientes Enterprise- Risk-Management (ERM-System) installiert, welches sich grundsätzlich nach dem COSO Standard „Enterprise Risk Management – Integrated Framework“ richtet.
Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind konzernweite Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controllingprozess sowie die laufende Berichterstattung. Die Richtlinien umfassen beispielsweise die Festsetzung und Kontrolle von Limitkategorien und Handlungsabläufen zur Begrenzung finanzieller Risiken sowie die strikte Einhaltung des Vier-Augen- Prinzips.
Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher. Der Planungs- und Controllingprozess dient als Frühwarnsystem und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen.
Das interne Kontrollsystem (IKS) als Teil des Risikomanagementsystems ist risikoorientiert aufgebaut und in die Betriebsabläufe integriert, das heißt, Maßnahmen erfolgen arbeitsbegleitend oder sind dem Arbeitsvollzug unmittelbar vor- oder nachgelagert. Das IKS basiert auf genauen Informationen über die Prozesse für die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung und schließt auch deren vorgelagerte Unternehmensprozesse mit ein.
Der jährliche Revisionsplan wird vom Vorstand genehmigt und umfasst die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interne Richtlinien sowie Prozessrichtlinien und -verfahren im gesamten Post Konzern.
Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 337.763.190 EUR und ist geteilt in 67.552.638 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind.
Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 52,8% der Anteile an der Österreichischen Post AG (auf Basis der in Umlauf befindlichen 67.552.638 Stückaktien, nach Einzug aller 2.447.362 eigenen Aktien am 24. April 2009). Der Gesellschaft sind keine anderen Aktionäre bekannt, die mehr als 10% der Anteile halten.
Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der Österreichischen Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Ä nderung der Satzung der Gesellschaft.
Genehmigtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 175.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien gegen Bareinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen festzusetzen. Die Satzungsänderung wurde am 18. März 2006 in das Firmenbuch eingetragen.
Bedingtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch verzinsliche Wandelschuldverschreibungen auszugeben, mit denen ein Umtausch- oder Bezugsrecht in bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Aktien ohne Nennwert (Stückaktien) im Gesamtbetrag von insgesamt bis zu 175.000.000 EUR verbunden ist. Zu diesem Zweck wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 175.000.000 durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien mit Stimmrecht bedingt erhöht. Die Satzungsänderung wurde am 21. April 2006 in das Firmenbuch eingetragen.
Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft in Folge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
Wien, am 1. März 2010