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2000

Zukunftsorientiertes Maßnahmenkonzept

Pressemeldung vom 28.08.2000

Optimierung von Leistung und Qualität sowie innovatives Wachstum

In der heutigen Aufsichtsratssitzung der Österreichischen Post AG präsentierte Generaldirektor Dr. Anton Wais ein wertorientiertes Unternehmenskonzept, das die Österreichische Post als Rüstzeug für den freien Wettbewerb entwickelt hat.
Kernpunkte des Konzeptes sind: die Optimierung nach dem Grundsatz Leistungs- und Qualitätsführerschaft vor Kostenführerschaft, die Nutzung der unterschiedlichen Wachstumspotenziale der definierten Kernbereiche der Post AG sowie eine klare, neue organisatorische Ausrichtung.

Wachstum durch Innovation, Internationalisierung und Kooperationen

"Unsere Wachstumschancen sehen wir insbesondere in der Verbindung unserer Logistik-Kernkompetenzen mit Wachstumsbranchen wie etwa im e-commerce sowie in der Realisierung von Synergien aus internationalen Kooperationen", betonte Wais. "Wir wollen nationaler Marktführer sein und uns mit einer internationalen Systempartnerschaft als "Gateway" zu Südosteuropa positionieren."

Darüber hinaus plant die Post die Entwicklung neuer Produkte, Technologien und Geschäftssysteme wie z.B. die Entwicklung von spezialisierten logistischen Dienstleistungen im e-business, für den Handel sowie für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Durch die Einführung neuer Produkte wie z.B. Euro-Mail (einem Dienstleistungspaket für Werbesendungen mit dem Ausland), soll die heimische Marktführerschaft abgesichert und weiter ausgebaut werden.

Maßnahmenmix zur Erhöhung der Profitabilität

Es ist auch notwendig, so Wais, die Profitabilität der Österreichischen Post AG an jene der europäischen Mitbewerber anzugleichen. Dies soll durch einen Maßnahmenmix zur Erlöserhöhung und zur Kostenreduktion erfolgen. Allein durch die Neuausrichtung des Postämtervertriebes erwartet man sich mittelfristig ein Potential von rund ATS 1,3 Milliarden.

Derzeit werden die Kern-Geschäftsbereiche - Filialnetz, Logistik (Verteilung und Sortierung), Distribution (Zustellung) und Vertrieb/Marketing - im Rahmen eines Organisationsentwicklungsprozesses neu strukturiert. Ziele der Organisationsentwicklung sind die Kombination der Vorteile eines Großunternehmens (Marktauftritt, Konditionen, interne Dienstleistungen etc.) mit lokaler Flexibilität durch eine konsequente Divisionalisierung, die Schaffung schlankerer Strukturen sowie die Beschleunigung der Kommunikationswege. "Wir wollen uns zu einem industriellen Dienstleistungsunternehmen entwickeln", so Wais.

Produktivität an Mitbewerber angleichen - Verringerung des Personalstandes

Mit der konsequenten Umsetzung des Maßnahmen-Programmes "Speed" werden die Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit durch Kostensenkung geschaffen. Ziel ist die Erhöhung der Produktivität auf das Niveau der Mitbewerber auf dem europäischen Postmarkt. Derzeit liegt die Personalproduktivität (Nettoumsatz/Personalstand) der Österreichischen Post AG bei rund EUR 48.000 pro Mitarbeiter. Zum Vergleich: Die Personalproduktivität der Deutschen Post AG liegt bei rund EUR 73.500 pro Mitarbeiter, in der Schweiz bei rund EUR 81.000, in Dänemark bei EUR 56.000 und in Norwegen bei EUR 51.500.

Neben Flexibilisierungsmaßnahmen, Teilzeitarbeit, einem Poolingsystem zum flexiblen Einsatz von Mitarbeitern und einem sofortigen Personalaufnahmestopp soll sich der Personalstand bis 2004 um über 6.000 Mitarbeiter verringern. Vorgesehen sind zudem sozialplanäquivalente Maßnahmen wie Abfertigungsmodelle, Arbeitsstiftung etc. Betroffen sind die Bereiche Logistik, Distribution, Schalter und die Verwaltung.

Erste Phase des Maßnahmen-Programms "Speed" bereits umgesetzt

"Wir wollen die Transformation zur Privatisierung in drei wesentlichen Schritten erreichen: durch die Schaffung struktureller Voraussetzungen, durch Modernisierung und durch Umsetzungsmaßnahmen", betonte Wais. Die erste Phase des Maßnahmen-Programms "Speed", wie u.a. die Verlagerung von Personalverteilung und Systemisierung in die Divisionen, das Kapazitätsmanagement, die Besetzungsautomatik und die Mitbesorgungsregelung wurde bereits umgesetzt. Als weitere wesentliche Schritte der Neuausrichtung, die bereits umgesetzt wurden, nannte Wais: die klare organisatorische Trennung aller Geschäftsbereiche im Kerngeschäft der Post AG sowie die Einleitung von Maßnahmen zur Senkung der Personalkosten.

Neuausrichtung Logistik und Distribution: Zustellung als Kernaufgabe

Die Post AG wird sowohl vom Markt, vom Wettbewerb als auch von den Investoren als Zustellungsunternehmen gesehen. Sie misst sich damit nicht nur am Benchmark europäischer Postgesellschaften sondern auch privater Zustellungsunternehmen. Alle diese Unternehmen befinden sich heute bereits in industriellen Großunternehmens-Strukturen. "Damit wird die Frage der Zustellung zur Kernaufgabe des Unternehmens", betonte Wais.

Im Bereich Logistik und Distribution zielt die Neuausrichtung auf folgende Kernpunkte ab:

  • Optimierung der Transportlogistik:
    Durch die Integration des Güterverkehrs aus dem Postautodienst soll ein direkter Zugriff auf den Fahrzeugeinsatz und damit eine höhere Flexibilität und Kostenreduktion um bis zu 35 % (rund ATS 80 Mio p.a.) erzielt werden.
    Durch eine flexiblere Preisgestaltung beim Schienenanteil soll eine Kostenreduktion um rund ATS 53 Mio p.a. erreicht werden
  • Zustellbasenkonzept: Optimierung der Zustellbasen und Neuordnung der Zustellrayons
    Durch die Konzentration der Zustellung von 1900 auf rund 430 Zustellbasen in Österreich erfolgt der Wegfall administrativer Tätigkeiten in kleinen Zustellpostämtern. Der Rollout für das Zustellbasenkonzept sieht noch heuer die Errichtung von 50 der insgesamt 430 Zustellbasen vor, 2001 bzw. 2002 je 170 und 2003 die restlichen.

    Die Zustellbasen werden eine Mindestgröße von 15-20 Zustellern haben. Die kleinste Einheit für eine Zustellbasis ist mindestens "ein halber LKW". Der Anfahrtsweg von der Zustellbasis zur ersten Abgabestelle soll für alle Zusteller unter 15 km sein.

    Ziel der Neuordnung der Zustellrayons ist es, mehr Zeit für das tatsächliche Zustellen und weniger für die Sortierung aufzuwenden.
  • Erneuerung und Fokussierung auf 6 Brief- und Paketzentren:
    Wien (Brief ab 07/2002, Paket ab 01/2004), Linz, Salzburg-Wals (Brief ab 07/2001), Hall (ab 01/2004), Graz (ab 08/2001), Kärnten (ab 01/2004).

    Durch die Konzentration der Verteilzentren auf 6 Standorte, die Automatisierung und die Umstellung des Schichtdienstes von 12 Stunden auf 8 Stunden soll eine wesentliche Qualitätsverbesserung bei geringeren Kosten erreicht werden.
Innovationsschub bei Neuausrichtung des Filialnetzes:
drei neue Betriebstypen - klare Kundenfokussierung

Die strategische Neuausrichtung des Postämterfilialnetzes erfolgt auf Basis eines innovativen Betriebstypenkonzeptes. Geplant ist die Entwicklung von drei neuen Betriebstypen:
  • "Mc.Post" wird ein Filialtyp, der an Frequenzstandorten mit geringem Personalaufwand und geringen Kosten die am stärksten nachgefragten Postleistungen anbietet. Der Mc.Post-Kiosk wird keine Wartezeiten am Schalter und kundenfreundliche Öffnungszeiten haben sowie mit modernsten Technologien ausgestattet sein. Zielgruppe sind Endverbraucher und Klein- und Mittelbetriebe.
  • Der zweite Betriebstyp, die "Postmeisterei", wird die Dienstleistungsschnittstelle für alle Postkunden sein. Neben dem klassischen Postsortiment werden individuelle Betreuung und die Vermittlung von Serviceleistungen wie z.B. Nachbarschaftsdienste, Senioren-Service angeboten. Darüber hinaus wird die Postmeisterei als Kommunikationsplattform für die örtlichen Betriebe und Institutionen fungieren.
  • Mit dem Filialtyp "ServiceCenter" wird dem Kunden eine Art Post-Erlebniswelt (nach dem Shop-in-Shop Prinzip) angeboten, in der sowohl Postprodukte als auch andere Dienstleistungen wie z.B. Copyshop oder Verpackungsservice in Anspruch genommen werden können. Als Pilotstandorte werden einige Postämter diese Dienste bereits ab dem 2. Quartal 2001 anbieten.
Forderungskatalog an die Regierung:
Neue Rahmenbedingungen als Voraussetzung für faire Wettbewerbschancen


"Damit auch die Österreichische Post faire Wettbewerbsbedingungen hat, brauchen wir neue rechtliche Rahmenbedingungen", betonte Wais und präsentierte in diesem Zusammenhang einen Forderungskatalog:

1. Österreichische Postbus AG:
  • Übertragung der Anteile des Postbusses, der derzeit ein Tochterunternehmen der Post AG ist, an die ÖIAG.
2. Beamtenrecht:
  • Arbeitskräfteüberlassung und Mobilität bei "Versetzungen"
  • Zweigliedrige Arbeitnehmervertretung nach dem ArbVG
  • Entscheidungsfreiheit der Unternehmensleitung bei der Regelung von Nebengebühren
  • Vereinfachte, posteigene Lösungen für die Entschädigung des Mehraufwandes bei auswärtigen Tätigkeiten
3. Vergaberecht:
  • Verhandlungsspielraum als Sektorenauftraggeber
4. Keine Universaldienstverordnung ohne Klarheit über die Finanzierung.


Rückfragehinweis
Österreichische Post AG
Unternehmenskommunikation
Pressestelle
Michael Homola
Tel.: (01) 515 51 - 5217

Wien,

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