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2000

Geschäftsjahr 1999: Start für Umbau erfolgt!

Pressemeldung vom 23.05.2000

Österreichische Post AG legt erste Bilanz vor

Die Österreichische Post AG konnte im Geschäftsjahr 1999 ein positives Ergebnis erwirtschaften und ihre Ziele wie geplant erreichen. "Wir haben nicht nur ein respektables finanzielles Ergebnis erzielt, sondern 1999 auch Fortschritte in der Neuorientierung und Modernisierung des Unternehmens gemacht," betonte der Vorstandsvorsitzende der Post AG, Gen.Dir. Dr. Anton Wais, anläßlich der Präsentation des Jahresabschlusses. Die Post werde ihren Weg zu einem kunden- und wettbewerbsorientierten Dienstleistungs-unternehmen auch weiterhin fortsetzen. "Bis zu den nächsten Liberalisierungsschritten in der EU im Jahr 2003 bleiben uns noch knapp 1.000 Tage. Diese Zeit werden wir nutzen, um unser Unternehmen auf den zu erwartenden scharfen Wettbewerb vorzubereiten."

Umsatz und Ergebnis: Geplante Ziele erreicht
Im Geschäftsjahr 1999 erreichte die Österreichische Post AG einen konsolidierten Umsatz in der Höhe von rund 24,75 Milliarden ATS (1,8 Milliarden €). Auf den Bereich Briefpost entfielen rund 41% des Gesamtumsatzes, 17% des Umsatzes wurden mit Info-Mails erzielt, jeweils 9% entfielen auf den Paketdienst, Personenbeförderung und die Zeitungszustellung. Der Schalterdienst trug mit rund 6% zum Umsatz bei, der Verkauf von Handelswaren mit 2%, auf Werkstättenleistungen und Sonstiges entfielen rund 4%.

Im Berichtsjahr erzielte das Unternehmen ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund 521 Millionen ATS (37,9 Millionen €), der Return on Equity (ROE) erreichte 4,6%. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag bei rund 687 Millionen ATS (49,9 Millionen €). Ein Zahlenvergleich mit dem Vorjahr ist nicht möglich, da die Österreichische Post AG erst mit 1. Jänner 1999 als eigenständiges Konzern - Unternehmen bilanziert.

Investitionen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
Im abgelaufenen Geschäftsjahr investierte die Österreichische Post AG rund 1,83 Milliarden ATS (132,9 Millionen €) in die Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition. Schwerpunkte des Investitionsprogramms waren die Modernisierung der Postämter, Investitionen in Informationstechnologie und EDV, die Verbesserung der Logistik sowie Investitionen in die Busflotte. Die Investitionen konnten fast zur Gänze aus dem Cash-flow finanziert werden. Der Cash-flow aus dem Ergebnis betrug 1999 rund 1,79 Milliarden ATS (130,5 Millionen €).
Die Eigenkapitalquote des Konzerns stieg von 42,5% (Eröffnungsbilanz 1.1.1999) auf 52,8% zum 31.12.1999

Mitarbeiter: 12.000 Schulungstage für Aus- und Weiterbildung
Im Geschäftsjahr 1999 beschäftigte die Österreichische Post AG 37.451 Mitarbeiter (inklusive Postautodienst), dies entspricht 35.493 Vollzeitkräften. Rund 62% der Mitarbeiter sind Beamte.

1999 wurde mit der Optimierung organisatorischer Abläufe und der Anpassung der Personalkostenstrukturen an den Wettbewerb begonnen. Die Maßnahmen des 1997 beschlossenen Vorruhestandsmodells wurden auch im Berichtsjahr fortgesetzt. Von den gesamten betrieblichen Aufwendungen des Konzerns in Höhe von 25,29 Milliarden ATS (1,8 Milliarden €) entfielen rund 64% oder 16,14 Milliarden ATS (1,2 Milliarden €) auf Personalkosten.

Die Kompetenz der Mitarbeiter ist für den zukünftigen Erfolg der Österreichischen Post AG wesentlich. Im Jahr 1999 wurden daher insgesamt rund 12.000 Schulungstage abgehalten. Auf Basis einer 1999 durchgeführten Bedarfserhebung werden systematische Aus- und Weiterbildungsprogramme auf allen Ebenen durchgeführt. Für diese Maßnahmen ist für das Jahr 2000 ein Schulungsaufwand von rund 120 Millionen ATS vorgesehen.

Filialnetz und Vertrieb: Start des neu entwickelten Knotenkonzeptes
Im Geschäftsjahr 1999 wurde zur weiteren Stärkung des Vertriebsnetzes mit der strategischen Neuausrichtung der Postämter anhand eines neu entwickelten Knotenkonzeptes begonnen. In Zukunft wird es an stark frequentierten Standorten Knotenpostämter geben, die Steuerungsfunktionen sowie Verwaltungs- und Koordinationsaufgaben für die zugeordneten kleineren Postämter übernehmen. Diese Maßnahmen ermöglichen die Entlastung kleinerer Postämter von administrativen Tätigkeiten und eine aktive Kundenbetreuung. Die österreichweite Einführung wird im Jahr 2000 abgeschlossen sein.

Neben der organisatorischen Neugestaltung wurde auch der Marktauftritt der Postämter modernisiert. Die Fassaden von mehr als 1.000 Postämtern wurden neu gestaltet und weitere 353 Postämter umfassend umgebaut. Gleichzeitig wurde mit der EDV-technischen Vernetzung der Postämter begonnen, die im Berichtsjahr in einer ersten Phase bei rund 470 Postämter realisiert wurde. Durch die Vernetzung der Postämter soll die Produktivität wesentlich erhöht sowie die betriebswirtschaftliche Steuerung erleichtert werden. Insgesamt sollen in die Postamtserneuerung rund 2 Milliarden ATS investiert werden.

Logistikbereich: Kürzere Laufzeiten und höhere Zustellqualität
Die strategische Neuausrichtung und Modernisierung des Logistikbereiches soll verkürzte Laufzeiten und erhöhte Zustellqualität, durch eine weitgehende Automatisierung der Zustellsortierung bringen.

Statt der bisher 16 Verteilzentren, die eine aufwendige Transportlogistik erforderten, wird es nach Ende der Modernisierungsphase nur noch sechs Brief- und Paketverteilzentren geben, die mit modernsten automatischen Sortieranlagen ausgestattet und untereinander vernetzt sein werden. 1999 wurde in Salzburg Wals das neu erbaute Paketzentrum in Betrieb genommen und mit dem Bau bzw. der Planung weiterer Zentren begonnen.

Gleichzeitig wurde das Projekt "Zustellkonzentration" gestartet, das die Konzentration des Zustelldienstes auf weniger - dafür größere - Zustellbasen vorsieht. Optimiert wird dabei auch der gesamte Sortierprozess. Bis 2003 sollen rund 3,5 Milliarden ATS (255 Millionen €) in die Modernisierung und Beschleunigung der Postsortierung und -verteilung investiert werden.

Postauto: Ausbau der Kernkompetenzen Personenbeförderung und Werkstätten
Erfreulich ist das Ergebnis des Unternehmensbereiches Postauto für das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Postautodienst trug rund 98,7 Millionen ATS ( 7,2 Millionen €) zum betrieblichen Ergebnis des Konzerns bei und schloß mit einem Ergebnis vor Steuern von rund ATS 113,4 Millionen (8,2 Millionen €) das Geschäftsjahr 1999 deutlich positiv ab.
Nach dem erfolgreichen Turnaround steht die Entwicklung einer langfristigen Strategie zum Ausbau der Kernkompetenzen Personenbeförderung und Werkstätten im Vordergrund. Durch Dezentralisierung, flexible Organisation und Kundenorientierung sowie durch mögliche strategische Kooperationen und Akquisitionen soll gesichertes Wachstum erzielt werden.

Um die geplante Verselbständigung des Unternehmensbereiches Postauto zu erleichtern, wurde 1999 innerhalb des Bereiches Postautodienst eine Trennung von Personen- und Güterbeförderung vorgenommen. Die Bereiche Güterbeförderung und Fuhrparkmanagement wurden in den Unternehmensbereich Post integriert.

Zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit werden in den nächsten Jahren auch massive Investitionen in die Modernisierung der Busflotte getätigt. Rund 40% der Postbus-Flotte werden mit einem Investitionsaufwand von rund 1,5 Milliarden ATS (110 Millionen €) erneuert. 1999 kamen die ersten 30 Busse des Herstellers Renault zum Einsatz.

Im Berichtsjahr wurden Vorkehrungen getroffen, den Postbus in eine eigene Gesellschaft auszugliedern um damit die wachsenden Marktchancen wahrnehmen zu können.

Ausblick: Kontinuierliche Wachstumsstrategie
1999 wurde die Basis für eine grundlegende Neuorientierung und Modernisierung der Österreichischen Post AG geschaffen. Das EGT des ersten Quartals 2000 liegt bei 3 Millionen ATS (0,2 Millionen €), das EBIT bei minus 55 Millionen ATS (minus 4 Millionen €). Beim Postbus ist eine positive Weiterentwicklung zu erwarten.

"Die Österreichische Post AG ist 1999 erfolgreich gestartet, aber wir haben noch einen weiten Weg vor uns, bis wir uns auch im vollkommen freien Wettbewerb wirtschaftlich behaupten können", betonte Wais. "Mit den neuerlichen Liberalisierungsschritten im Bereich des Briefmonopols ab 2003 rechnen wir mit einer deutlichen Verringerung des Gewinns aus der Briefbeförderung, wenn wir nicht rasch gegensteuern." Die Modernisierungsaktivitäten werden daher auch im laufenden Geschäftsjahr konsequent fortgesetzt. Ziele sind weitere Qualitätsverbesserung und Produktivitätssteigerungen, die Erhaltung bzw. der Ausbau der Marktführerschaft in Österreich und eine ausgewogene und kontinuierliche Wachstumsstrategie.

In Vorbereitung auf die EU-weite Liberalisierung des Postmarktes im Jahre 2003 und die geplante Privatisierung der Post AG wurde das Programm "Speed" gestartet, das neben der Erreichung einer wirtschaftlichen Kostenstruktur die weitgehende Automatisierung und eine Wettbewerbsoffensive vorsieht. "Die Konzentrationsbewegungen auf den europäischen Postmärkten sind unübersehbar. Postunternehmen sind zunehmend länderübergreifend tätig. Wir wollen dieser Konkurrenz eine aktive Strategie zur Steigerung unserer Leistungsfähigkeit entgegensetzen," so Wais. Nur so könne die Österreichische Post AG auch in Zukunft ihre Eigenständigkeit erhalten.

Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt im Jahr 2000 wird beim Ausbau der Leistungsfähigkeit der Logistik und Distribution liegen. Durch Abgrenzung entsprechend der Kernkompetenzen Brief, Paket, Transport und Technik ist eine Neukonzeption der Aufbauorganisation vorgesehen. Weiters wird die Österreichische Post AG umfassende und integrierte Kontraktlogistik-Dienstleistungen, wie Abholung, Lagerung, Kommissionierung, Distribution, Retourenmanagement und Verzollung für ihre Geschäftskunden anbieten. Für einige Firmen wurden bereits maßgeschneiderte Logistikleistungen im Lagerhaltungs- und Kommissionierungsbereich konzipiert. Auch der stark wachsende Warenhandel über das Internet erfordert leistungsfähige Logistik-Partner wie die Post, die den physischen Transport der Waren von den Anbietern zu den Kunden übernimmt.

Die aktive Kooperations- und Beteiligungspolitik der Post mit mitteleuropäischen Nachbarländern und Postunternehmen sowie Logistikanbietern in ganz Europa wird auch im laufenden Geschäftsjahr fortgesetzt werden.

Für das Jahr 2000 erwartet die Österreichische Post AG durch die Ausdehnung der Geschäftsaktivitäten eine stabile Umsatzentwicklung sowie ein Nullergebnis auf Grund eines weiterhin hohen Investitionsaufwandes, der sich vor allem durch erhöhte Abschreibungen und IT - Aufwendungen erklären läßt.


Wien,

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