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Vorwort des Vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Das Jahr 2008 war für die Österreichische Post reich an Herausforderungen, die wir letztlich aber gut meistern konnten.
Bereits mit Jahresanfang 2008 mussten wir im österreichischen Paketgeschäft den Verlust der beiden bedeutendsten Versandhandelskunden hinnehmen, der zu einer entsprechend starken Reduktion der Mengen an transportierten Paketen in Österreich führte.

Wir haben darauf entschlossen reagiert und eine Redimensionierung und Neupositionierung der Divi sion Paket & Logistik in Österreich vorgenommen. Dies umfasste eine Reduktion sowohl der Perso nal kapazitäten als auch der Logistikverteilzentren in Österreich. Parallel dazu haben wir den Einstieg in den B2B(Business-to-Business)-Paketmarkt forciert.

Eine weitere Herausforderung stellte Mitte des Jahres der starke Anstieg der Treibstoff- und Transportkosten dar, und zu guter Letzt brachte die internationale Finanzkrise eine konjunkturelle Belastung für viele unserer Kunden in allen Regionen, in denen wir tätig sind.

Unsere Kennzahlen 2008 zeigen jedoch, dass wir mit unseren Anstrengungen im Interesse von Stabilität und Werterhaltung erfolgreich waren. So konnte der Konzernumsatz um 5,4% gesteigert werden, und auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 4,1% zu.

Der Kapitalmarkt beurteilte das Geschäftsmodell der Österreichischen Post ebenfalls weiterhin positiv, wie der äußerst stabile Aktienkurs belegt. Der Mix aus erfolgreicher Geschäftsentwicklung, solider Bilanz und attraktiver Dividendenpolitik bildet die Basis für diese gerade im Jahr 2008 beachtliche Entwicklung des Aktienkurses. Als einzige Aktie im ATX, dem österreichischen Benchmark-Index, konnte die Post Aktie ungeachtet des ausgesprochen turbulenten Kapitalmarktumfelds im Jahresvergleich sogar eine leichte Kurssteigerung verzeichnen.

Integration neuer Unternehmen
Mit Neuerwerbungen in Belgien (Paket), Ungarn (unadressierte Werbesendungen) und Bosnien-Herzegowina (Paket) haben wir 2008 auch unseren Aktionsradius neuerlich erweitert. Wir befinden uns nun in einer Phase der Konsolidierung, in der die Integration der Unternehmen in den Österreichischen Post Konzern vor weiteren Akquisitionen im Vordergrund steht. Bei der Integration geht es vor allem um logistische Prozesse, die exakt aufeinander abgestimmt werden müssen, damit die Logistik möglichst effizient abläuft – für den Kunden ebenso wie für uns selbst.

Mittlerweile erwirtschaftet die Österreichische Post 31% ihres Umsatzes außerhalb Österreichs und ist in Summe in elf Ländern mit Niederlassungen tätig.

Solide Entwicklung im Briefgeschäft
Das Geschäftsfeld Briefpost blieb – trotz des anhaltenden Trends zur elektronischen Substitution – 2008 nahezu konstant, der Rückgang um 0,3% ist im europäischen Vergleich ein ausgezeichneter Wert. Der stetigen Substitution von Briefen durch elektronische Sendungen standen positive Effekte in anderen Segmenten (Briefwahl, erhöhtes Volumen der Sozialversicherungsträger in Österreich) gegenüber.

Der Anstieg im Geschäftsfeld Infomail ist größtenteils auf die Konsolidierung der im Vorjahr akquirierten meiller direct-Gesellschaften zurückzuführen, aber auch die organische Steigerung betrug 2,9%. Das Wachstum betraf sowohl adressierte als auch unadressierte Werbesendungen. Im Geschäftsfeld Medienpost war ebenfalls ein Umsatzzuwachs zu verzeichnen, vor allem durch die gute Entwicklung bei Regionalmedien sowie positive Effekte aus Landtags- und Nationalratswahlen in Österreich.

Wettbewerbsintensives Umfeld für Paket & Logistik
Der österreichische Paketmarkt war 2008 geprägt vom Einstieg eines Wettbewerbers, der vorrangig im B2C(Business-to-Consumer)-Geschäft aktiv wurde. Dem Abgang zweier bedeutender Versandhandelskunden begegneten wir mit einer forcierten Bearbeitung des B2B(Business-to-Business)-Paketmarkts. Dem Ziel, unseren Marktanteil im B2B-Ge schäft bis zum Jahr 2011 auf 20% zu steigern, sind wir dadurch einen weiteren Schritt näher gekommen. Wichtige positive Impulse für den Paketmarkt kommen weiterhin aus dem Internet-Shopping, das mit seinem
Wachstum eine Stütze der zu transportierenden Volumina darstellt.

Der Vorstand

Im Nischenmarkt der Speziallogistik in Westeuropa (Health Care/Pharmabranche) verzeichneten wir eben falls eine gute Mengenentwicklung, die auf dem Trend zu integrierten Logistiklösungen basiert. In den Ländern Süd-/Osteuropas wies das Marktumfeld 2008 stabile Zuwachsraten auf. Grundlage dafür ist der nachhaltige Aufwärtstrend der Paketvolumina pro Kopf in diesen Ländern im Vergleich zu Westeuropa.

Steigerung bei Finanzdienstleistungen
Der Außenumsatz der Division Filialnetz erhöhte sich im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr leicht. Ein Rückgang bei den Handelswaren, insbesondere bei der Mobiltelefonie, konnte hier durch eine Steigerung in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Filialprodukte kompensiert werden. Damit haben wir trotz der aktuellen Finanzmarktkrise ein Wachstum bei Finanzprodukten erzielt, wobei derzeit vor allem Standardprodukte stärker nachgefragt werden.

Zielgerichtete Vorbereitung auf 2011
Stabilität und Werterhaltung sind auch weiterhin wesentliche Ziele der Österreichischen Post. Wir wollen darüber hinaus unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken und die flächendeckende Versorgung Österreichs sicherstellen.

Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat haben wir unsere Ziele so definiert, dass eine optimale Vorbereitung auf die vollständige Liberalisierung des Briefmarktes per 1. Jänner 2011 gewährleistet ist. Die drei Eckpfeiler unserer Zukunftssicherung sind:
1. Wachstumsstrategie im In- und Ausland: erweitertes Dienstleistungsspektrum entlang der Wertschöpfungskette unserer Kunden
2. Ausbau alternativer Betreibermodelle im Filialnetz, marktkonforme Strukturen durch Post.Partner
3. Stärkere Einbeziehung externer Dienstleister in die Logistik der Post

Die effiziente Gestaltung aller Unternehmensprozesse und der konsequente Ausbau der Kunden orientierung sind zentrale Elemente bei der
Umsetzung dieser strategischen Ziele.

Dr. Anton Wais legt sein Mandat als Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Post AG aus gesundheitlichen Gründen per 31. März 2009 zurück. Der Vorstand bedauert dies und wünscht ihm für seine Genesung alles Gute. Seine Aufgaben werden ab 1. April 2009 bis auf weiteres von Generaldirektor- Stellvertreter und Finanzvorstand Dr. Rudolf Jettmar übernommen. Wichtige Themen des Jahres 2009 werden weiterhin alle Maßnahmen der Zukunftssicherung sowie ein neues Österreichisches Postmarktgesetz sein. Die Österreichische Post, die sich zur flächendeckenden Versorgung in ganz Österreich und zur Aufrechterhaltung der hohen Servicequalität uneingeschränkt bekennt, hat ihre Vorstellungen bzw. Forderungen für die Neuordnung der Postversorgung in Österreich auch den politisch Verantwortlichen präsentiert. Im Rahmen eines „Runden Tisches“ im Bundesministerium für Finanzen am 19. November 2008 wurde seitens der neuen österreichischen Bundes regierung eine entsprechende Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen bis Mitte 2009 in Aussicht gestellt.

Ausblick 2009
Die derzeit unsicheren internationalen Rahmenbedingungen reduzieren die Prognosegenauigkeit auch für die Österreichische Post. Der Ausblick 2009 unterliegt daher der Einschränkung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld der Österreichischen Post und die Konsumnachfrage nicht noch weiter verschlechtern, als bisher erwartet. In Summe erwartet der Österreichische Post Konzern für 2009 einen Umsatz auf Ebene des Jahres 2008. Ebenso wird ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf dem Niveau des Jahres 2008 angestrebt.
Bei einer Beschleunigung der rezessiven Tendenzen kann ein leichter Umsatzund Ergebnisrückgang jedoch nicht ausgeschlossen werden. Zur Sicherung der angepeilten Ziele wird das Management der Österreichischen Post – speziell vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfelds – sowohl kurz- als auch mittelfristig alles tun, um die Flexibilität und Effizienz des Unternehmens zu erhöhen und damit die Werterhaltung sicherzustellen.

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