Optimierung der Prozesse

Zusätzlich zu den Investments in neue Technologien werden in der Österreichischen Post sämtliche internen Prozesse permanent analysiert und auf Effizienzpotenziale überprüft. Im Rahmen des Projekts OPEX (für „Operational Excellence“), das zum Teil gemeinsam mit der Technischen Universität Wien durchgeführt wird, entstand beispielsweise ein Konzept für das optimale Layout einer Zustellbasis. Das Projekt ARTE wiederum hat im Logistikbereich zu einer Steigerung der Produktivität um 10% geführt. Eine Neuausrichtung und Konzentration aller Einkaufsaktivitäten im Rahmen des Projekts „Procurement Excellence“ führte zu einer deutlichen Optimierung in diesem Bereich, indem Kostenpotenziale an der „Außenkante“ des Unternehmens gehoben wurden. Dabei wurden mehr als 150 Einsparungsprojekte umgesetzt, teils mit innovativen Methoden wie etwa E-Auktionen. „Insgesamt konnten mit der Einkaufsoptimierung bereits 30 Mio EUR eingespart werden“, freut sich Horst Ulrich Mooshandl, Leiter Konzerneinkauf.

 

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„Mit der Einkaufsoptimierung konnten wir bereits 30 Mio EUR einsparen.“
HORST ULRICH MOOSHANDL,
Leiter Konzerneinkauf

 

„Durch Nachdenken Geld sparen“

Effizienz dank Gehirnschmalz: Mit dem Projekt ARTE konnte die Post ihre Produktivität um 10% steigern.

Martina Toth ist Leiterin Operations Paketlogistik.

Was verbirgt sich hinter dem Projekt ARTE?
MARTINA TOTH: Die Zielsetzung besteht darin, Prozesse in der Logistikkette zu verbessern und dabei mit den vorhandenen Ressourcen auszukommen. Investitionen oder Veränderungen in der Produktlandschaft waren also nicht Teil des Projekts. Das hatte die Konsequenz, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen unmittelbar umsetzbar waren. Entwickelt wurden diese Optimierungen, indem wir die tatsächlich gelebten Prozesse in den Verteilzentren genau beobachtet und auf ihre Effizienz abgeklopft haben. Auf dieser Basis wurden Soll-Prozesse inklusive Leistungskennzahlen definiert und in den Verteilzentren implementiert.

Was hat das Projekt ARTE in der Post bewirkt?
TOTH: Durch das Projekt ist es kurzfristig gelungen, die relevanten Kennzahlen deutlich zu verbessern. So konnten etwa die Nettomaschinenkapazität in den Verteilzentren um bis zu 10% erhöht, die Fehlerquoten deutlich reduziert werden. Durch optimierte Informationsprozesse wurde die Auskunftsfähigkeit gegenüber unseren Kunden entsprechend verbessert. In Summe liegt die durchschnittliche Steigerung der Produktivität bei etwa 3% pro Jahr. Das zeigt: Man muss nicht unbedingt viel Geld in die Hand nehmen, um Verbesserungen zu erreichen. Man kann auch durch Nachdenken Geld sparen.

Und wie geht es jetzt weiter?
TOTH: Als wichtige langfristige Konsequenz wurde ein Kulturwandel angestoßen und ein Change-Prozess in Gang gesetzt. Das Ziel besteht darin, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu etablieren. Die Erkenntnisse des Projekts haben auch zur Entwicklung eines Schulungsprogramms geführt, das 2014 flächendeckend ausgerollt wird.