Wachstumschance Pharmalogistik

Die gesetzlichen Vorgaben für Pharma-Transporte sind 2013 strenger geworden. Die deutsche Post-Tochter trans-o-flex nutzt diese Entwicklung gezielt als Wachstumschance.

Es ist eine Nische, in der großes Potenzial steckt: Die deutsche Logistikgruppe trans-o-flex erwirtschaftet bereits 50% ihrer Umsätze im Bereich Pharmalogistik. „Wir haben seit Jahren sowohl in Know-how als auch in die technische Ausstattung auf diesem Gebiet investiert und können der Pharmabranche damit höchste Qualitätsstandards anbieten“, sagt Oliver Rupps, Vorsitzender der Geschäftsführung trans-o-flex. „Die Pharmalogistik ist ein sehr attraktiver Bereich. Daher werden wir diesen Weg weiter verfolgen, um die hier liegenden Wachstumschancen weiterhin konsequent zu nutzen.“ Die EU-Richtlinie zur „Good Distribution Practice“ ist im Frühling 2013 veröffentlicht worden und musste bis September in allen EU-Mitgliedsländern umgesetzt werden. Ihr Ziel besteht darin, die Standards im Transport von Arzneimitteln zu sichern und zu steigern. „Das ist gut für die Konsumenten. Es ist aber auch gut für jene Logistikanbieter, die wie wir seit jeher auf Qualität setzen“, so Christian Knoblich, Geschäftsführer trans-o-flex. Denn die wichtigsten Anforderungen an den Transport, aber auch an die Lagerung von Arzneimitteln hatte trans-o-flex bereits vor Inkrafttreten der neuen gesetzlichen Regelungen erfüllt.

Nachfrage nimmt ständig zu
Zu diesen Anforderungen zählt unter anderem, dass auch am Weg zwischen Vertreiber und Empfänger die Temperaturen kontrolliert und eingehalten werden müssen. Der Geschäftsbereich trans-o-flex ThermoMed bietet innerhalb eines eigenen Spezialnetzwerks so genannte „aktiv temperaturgeführte“ Logistiklösungen für Waren der pharmazeutischen Industrie. Sowohl Fahrzeuge als auch Umschlaglager sind entsprechend temperiert, wodurch aufwändige Temperaturverpackungen wie bei herkömmlichen Transporten entfallen. Das erhöht Sicherheit und Zuverlässigkeit. Sensible Waren werden je nach Bedarf in einem Temperaturbereich zwischen 2°C und 8°C oder zwischen 15°C und 25°C geführt. „Die Nachfrage nach aktiv temperaturgeführten Transporten nimmt stetig zu“, so Knoblich.
Die Wachstumsraten im Bereich Pharma & Healthcare haben trans-o-flex dazu bewogen, im unterfränkischen Alzenau ein neues Logistikzentrum zu errichten. Der Standort – nur 30 Minuten vom Flughafen von Frankfurt am Main entfernt – bietet seit der Inbetriebnahme Anfang 2013 Warehousing und Serviceleistungen. Von der Ausstattung bis zur Temperatur ist das Zentrum speziell auf die Anforderungen der Pharma- und Gesundheitsindustrie zugeschnitten. So ist z. B. die permanente Temperaturaufzeichnung für den Kunden jederzeit per Internet einsehbar. Für trans-o-flex ist dabei Schnelligkeit ein zentraler Erfolgsfaktor: Kundenaufträge, die bis 21 Uhr bearbeitet werden, stellt das Unternehmen bereits am nächsten Werktag in ganz Deutschland zu.

Versorgung auch in Krisensituationen
Der Bereich Pharmalogistik ist für die Post freilich mehr als eine Wachstumschance. Rupps: „Eine gut funktionierende Medikamentenversorgungskette ist essenziell für die gesamte Gesellschaft.“ Daher beteiligt sich trans-o-flex auch als einziger Logistikdienstleister an dem Forschungsprojekt SafeMed, das vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (Förderkennzeichen 13N11194) gefördert wird.