Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Geschäftsbericht 2015 Teil 2 (Finanzteil) - Umfeld und Rahmenbedingungen

Österreichische Post AG  GEschäftsbericht 2015 27 2.1 Wirtschaftliches Umfeld Auf globaler Ebene ist eine leichte Erholung der Weltwirtschaft zu beobachten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) errechnet für das Jahr 2015 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,1%, das sich im Jahr 2016 auf 3,4% verstärken soll. Die größten Wachstums­ risiken sieht der IWF derzeit in der Wachstumsverlangsamung in China, der geldpolitischen Straffung in den USA gepaart mit einem starken Dollar sowie einer möglichen Eskalation der bestehenden geopolitischen Spannungen. In der Eurozone ist die wirtschaftliche Erholung weitgehend auf Kurs. Für 2015 betrug das Wirtschaftswachstum laut IWF 1,5%, nach lediglich 0,9% im Jahr 2014. Für das Jahr 2016 rechnet der IWF mit einem Wachstum von 1,6%. (Quelle: IWF, Jänner 2016) Die Wirtschaft in Österreich wuchs 2015 um nur 0,8%. Das Wachs- tum lag damit das vierte Jahr in Folge unter 1%. Die Schwäche des weltwirtschaftlichen Umfelds dämpfte den Außenhandel, und die Investitionen zogen erst im Jahresverlauf an. Der private Konsum nahm aufgrund der höheren Arbeitslosigkeit und einer schwachen Einkommensentwicklung gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig zu. Trotz der geringen Grunddynamik der Konjunktur dürfte die Wirtschaft in den kommenden Jahren allerdings kräftiger wach- sen, da die heimische Nachfrage vom verstärkten Konsum profi- tiert. Für das Bruttoinlandsprodukt 2016 wird ein Wachstum von 1,6% prognostiziert. (Quelle: Österreichisches Institut für Wirt- schaftsforschung WIFO, Dezember 2015) Die für Österreichs Wirtschaft bedeutsamen Märkte in Südost- und Osteuropa entwickelten sich allerdings etwas positiver. Der IWF errechnet für den CEE-Raum im Jahr 2015 ein Wirtschafts- wachstum von ca. 3,0%. Für die Türkei (+3,0%), Rumänien (+3,4%) und Ungarn (+3,0%) werden Wachstumsraten von 3% oder darüber erwartet. In Deutschland prognostiziert der IWF für 2016 ein Wachs- tum von 1,6%, nach 1,5% im Jahr 2015. (Quelle: IWF, Jänner 2016) 2.2 Branchenumfeld Neben dem konjunkturellen Umfeld wird die Geschäftsentwick- lung der Österreichischen Post vor allem von folgenden interna­ punkte um bereichsspezifische Produktivitäts- und Qualitäts­ kennzahlen ergänzt. Ein hohes Maß an Durchgängigkeit und die damit verbundene Transparenz zwischen unterschiedli- chen ­ Steuerungseinheiten sollen dazu beitragen, das Wachstum neuer Geschäftsfelder zu unterstützen und den Faktor Kosten­ effizienz in allen Bereichen sichtbar zu machen. Insgesamt konnte die Österreichische Post dadurch in den vergangenen Jahren aus ihrem Cashflow nicht nur die notwendigen Investitionen bzw. Akquisitionen finanzieren, sondern auch eine attraktive Dividen- denpolitik gewährleisten. tionalen Trends beeinflusst, die Risiken, aber auch Chancen mit sich bringen. Im Briefbereich hält die elektronische Substitution des klassischen Briefs weiterhin an. Dieser globale Trend betrifft alle Postgesell- schaften und ist im Kern wenig beeinflussbar. Die Rückgänge sind international unterschiedlich, die Österreichische Post rechnet mit einem Basisszenario in der Größenordnung von 3–5% pro Jahr. Österreich blieb mit einem jährlichen Rückgang der Briefmengen von 3% in den letzten Jahren und 4% im Jahr 2015 unter dem europäischen Branchenschnitt. Das Geschäft mit Werbesendungen hängt hingegen stark von der Intensität der Werbe­­ ak­ tivitäten der Unternehmen ab. Der Markt für adressierte und ­ unadressierte Werbesendungen zeigt dabei eine differenzierte Volumenentwick- lung. Während einige Kundensegmente etwa durch zunehmende Aktivitäten der Online-Händler unter Druck stehen, verzeichnen andere Segmente Zuwächse. Aktuelle Studien zeigen, dass neben Online-Werbung in Zukunft auch Multi-Channel-Kommunikation und Dialogmarketing tendenziell an Bedeutung gewinnen werden. Die Paketmengen im privaten Bereich steigen dank der ständig zunehmenden Bedeutung von Online-Shopping weiter. Auf Basis dieses Trends hat sich das österreichische Paketaufkommen bei Privatkunden 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 7,2% erhöht. Gleichzeitig jedoch nimmt hier auch die Wettbewerbsintensität zu. Im B2B-Bereich ist die Anzahl der Pakete nach Rückgängen in den Vorjahren um 1,2% gestiegen. (Quelle: Kreutzer Fischer & Partner, Branchenradar 2016) Die Entwicklung des internationalen Paket- und Frachtgeschäfts ist wiederum wesentlich von der Konjunkturentwicklung, den internationalen Handelsströmen und der damit verbundenen Preisentwicklung abhängig. Wettbewerbsintensität und Preisdruck sind in diesem Bereich weiterhin hoch. Die Handelsströme werden immer internationaler, und mit ihnen die nachgefragten Logistik- dienstleistungen. Internationale Sendungen sind daher ein weiterer wichtiger Faktor für das Wachstum des europäischen Kurier-, Express- und Paketmarkts (KEP). Die Konzernunternehmen der Österreichischen Post in CEE profitieren zudem vom tendenziell dynamischeren Wirtschaftswachstum in dieser Region und ebenso vom Aufholbedarf im E-Commerce. 2 Umfeld und Rahmenbedingungen Österreichische Post AG  GEschäftsbericht 201527

Seitenübersicht