Offenes Briefmarkenalbum mit österreichischen Sondermarken 2026, darunter Albertina, Kiebitz, Hibiskus, Burgtheater, YELLLOW und EUROPA.

Philatelie-Veranstaltungen Mai

Veranstaltungs-Rückblick 

22.09.2026 8 Min. Lesezeit
Philatelie

Ersttag der Sonderbriefmarken Kunst aus Österreich Angela Eisenköck und aus der Serie Plakatkunst Gitta Mallász - Döblinger Strandbad, 1927

Wann: 12.08.2026, 10 bis 13Uhr, Präsentation 11 Uhr
Wo: Verband Österreichischer Philatelistenvereine, Getreidemarkt 1, 1060 Wien
Bild Vortrag:
© VÖPh, Mag. Helmut Kogler (VÖPh Präsident), Dr. Anita Kern (Briefmarkenkünstlerin), Renate Rebhandl (Verkaufsteamleitung Philatelie, Österreichische Post AG)

Angela Eisenköck – Fragments 44, Die Ästhetik der Vergänglichkeit

Eine weitere Briefmarke aus der Serie „Kunst aus Österreich“ zeigt ein Bildnis der Künstlerin Angela Eisenköck aus ihrer Werkserie „Fragments“.
Angela Eisenköck wurde in Gumpoldskirchen geboren. Sie studierte Architektur an der Technischen Universität in Graz und arbeitete lange Zeit in Grazer Architekturbüros. Noch heute ist sie in dieser Stadt als Künstlerin und Feldenkrais-Lehrerin tätig.

Künstlerisches Schaffen war schon früh ihre Leidenschaft, die sie anfangs in der Porträtmalerei auslebte. Ab 2018 veränderten sich ihre Motive und ihre Technik mit der Serie „Fragments“, in der die Natur mit ihren faszinierenden Formen von Blüten und Blättern, aber vor allem auch mit ihrer Vergänglichkeit in den Fokus ihrer Arbeiten rückte. Auch das Briefmarkenmotiv „Fragments 44“ stammt aus dieser Serie, für diese 160 mal 180 Zentimeter große Arbeit wurden Pastell, Kohle und Acryl verwendet. In einem aufwendigen Transformationsprozess bearbeitete Angela Eisenköck dabei die ursprüngliche Fotografie einer verblühten Pflanze in mehreren Schritten und übertrug sie dann auf die Leinwand. Durch weitere Bearbeitungen in vielen Schichten auf der Leinwand entwickelte sie das Bild laufend weiter und Vergangenes erhielt schließlich eine neue Aussage und Identität. So entstand letztlich kein Abbild der Natur, sondern ein vollkommen eigenständiges neues Bild, das jedoch in seinen feinen Details und filigranen Formen immer noch an eine imaginäre, fast geisterhafte Pflanze erinnert.

 

Drei Personen präsentieren eine Sonderbriefmarke.

Gitta Mallász – Döblinger Strandbad, 1927, Kunst als Spiegel der Zeit

In der neuen Serie „Plakatkunst“ stehen historische Plakate und ihre Gestalter*innen im Mittelpunkt. Den Anfang macht ein Plakat der ungarischen Grafikerin und Autorin Gitta Mallász.

Gitta – ihr eigentlicher Name war Margit – Mallász (1907–1992) besuchte die Kunstgewerbeschule in Budapest, wo sie Hanna Dallos kennenlernte. Gemeinsam mit ihr und deren Ehemann Joszef Kreutzer gründete sie ein erfolgreiches Kunstatelier, wo sie gemeinsam unter anderem Werbeplakate für den Tourismus entwarfen. Zu diesem Freundeskreis gehörte auch Lili Strausz, die wie Dallos und Kreutzer jüdischer Herkunft war. Mallász überlebte als Einzige der Gruppe den Krieg und zog später nach Frankreich. In ihrem Buch „Die Antwort der Engel“ veröffentlichte sie die spirituellen Gespräche und Erfahrungen, die die vier Befreundeten in der Besatzungszeit gemacht hatten. Für ihre Rettung hunderter jüdischer Frauen und Kinder in Budapest wurde sie von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem posthum als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.

Plakate zeigen, wie sich Grafikdesign zwischen Kunst, Kommunikation und Werbung bewegt. Sie vermitteln nicht nur eine Botschaft, sondern spiegeln auch den Zeitgeist der jeweiligen Epoche wider. Gitta Mallász war in ihrer Jugend erfolgreiche Schwimmerin gewesen – dazu passt das Plakat mit dem Namen „Döblinger Strandbad“ aus 1927. An der genannten Adresse war einst ein öffentliches Bad untergebracht, an das heute noch die Aufschrift „Eingang zu den Bädern“ an der Fassade erinnert. Das Plakat stammt aus der Plakatsammlung der Wienbibliothek.

 „phila“-Toscana“ 2026, Ersttage der Sondermarken Historische Postfahrzeuge "Steyr Saurer 4 SHFN-OL" und Österreichische Pilze "Frühlings-Knollenblätterpilz"

Wann: 28.08.2026, 9 bis 16 Uhr, Präsentation 10 Uhr
Wo: Kongresshaus Gmunden, Toscanapark 6, 4810 Gmunden

Gruppenbilder: Bild 1
Bild Vortrag: © VÖPh
Gruppenbild v.l.n.r.: Dr. Christoph Leitl (Präsident der Europ. Bewegung Österreichs), Ing. Rudolf Spieler (Veranstaltungsleiter „phila“-Toscana), Martina Prinz (Leitung Verkaufsstellen Philatelie Ö. Post AG), Gottfried Blank (Obmann BSV Gmunden), Mag. Helmut Kogler (Präsident, Verband Österr. Philatelistenvereine), Dr. Harald Kunczier (Ö. Post AG Leitung Filialen) Mag. Stefan Krapf (Bürgermeister der Stadt Gmunden) 

Steyr Saurer 4 SHFN-OL - Mobilität für alle

Das diesjährige Motiv der Serie „Historische Postfahrzeuge“ zeigt mit dem Steyr Saurer 4 SHFN-OL einen Postautobus für den Linienverkehr aus dem Jahr 1965. 

Gebaut wurde er von zwei österreichischen Traditionsunternehmen. Steyr-Daimler-Puch hatte 1959 die Aktienmehrheit an den Österreichischen Saurer-Werken übernommen, und gemeinsam entwickelte man ab 1961 den Steyr Saurer 4 SH-O Autobus mit verschiedenen Typen und Ausstattungen. Die meisten Fahrzeuge gingen an die Österreichische Post, ein Teil auch an die Österreichischen Bundesbahnen. 

Der Steyr Saurer 4 SHFN-OL basierte auf dem 4 SH-O und wurde bis 1971 gebaut. Er war wie das Basismodell ein Frontlenker – davor waren noch die „Schnauzer-Busse“ unterwegs – mit einer selbsttragenden Karosserie und einer leicht schrägen Heckpartie. Durch seine etwas längere Bauweise bot er 43 Sitzplätze und 21 Stehplätze, auch das Reisegepäck fand in einem Gepäckraum Platz und wurde nicht wie früher auf einer Dachgalerie transportiert. Motorisiert war der 4 SHFN-OL mit einem 150 PS starken Heckmotor: einem Viertakt-Dieselmotor von Saurer mit sechs Zylindern und 92 km/h Bauartgeschwindigkeit. Das Achtganggetriebe stammte von Steyr. Die Post hatte rund 190 dieser Busse in ganz Österreich im Einsatz, als zur damaligen Zeit meistverwendete Postbusse im klassischen gelben Postdesign prägten sie viele Jahre lang das österreichische Straßenbild. Noch heute kann man einige dieser Fahrzeuge in Museen oder bei Oldtimer-Vereinen bewundern, und bei manchen Gelegenheiten sind sie auch bei Sonderfahrten im Einsatz.  

 
Sieben Personen präsentieren eine Sonderbriefmarke.

Frühlings-Knollenblätterpilz - Tödlich giftig

Er sieht schön aus, ist aber einer der giftigsten Pilze Europas: Der weiße Frühlings-Knollenblätterpilz führt zu einer lebensgefährlichen Vergiftung.

Der Frühlings-Knollenblätterpilz (Amanita verna) wird auch Weißer Knollenblätterpilz genannt und gehört zur Gattung der Wulstlinge. Charakteristisch ist seine Farbe: Hut, Stiel, Lamellen und Fleisch sind weiß, auch nach einem Anschnitt. Der dünne Stiel ist von einem feinen, hängenden Ring umgeben, an der verdickten Stielbasis ist noch deutlich die Hülle zu erkennen. Bei jungen Exemplaren ist der Hut halbkugelig, später flach ausgebreitet. Der Frühlings-Knollenblätterpilz riecht leicht süßlich, im Alter aasartig. Er wächst vorwiegend in Laubwäldern und Parkanlagen, besonders unter Eichen und Buchen. In Europa ist er vor allem in südlichen Regionen verbreitet. Im Gegensatz zu vielen anderen Pilzen ist er nicht nur im Herbst, sondern bereits im Frühling zu finden – daher stammt auch sein Name.

Amatoxine und Phallotoxine machen den Frühlings-Knollenblätterpilz zu einem der giftigsten und gefährlichsten Pilze Europas. Sie greifen vor allem die Leber und die Nieren an und wirken auch in geringen Mengen ohne sofortige Behandlung tödlich, daher darf der Pilz niemals auch nur in kleinen Mengen probiert werden. Vergiftungserscheinungen zeigen sich oft erst nach Stunden, was die Gefahr eines Irrtums noch erhöht. Verwechslungsgefahr besteht unter anderem mit dem essbaren Wiesenchampignon, der sich durch seine rosabraunen Lamellen von ihm unterscheidet, sowie mit anderen Wulstlingsarten.