Philatelie-Veranstaltungen September
Wann: 21.09.2026, 16 bis 19:30 Uhr Sonderpostamt und Sonderbriefmarkenübergabe, Volkstheater, Arthur-Schnitzler-Platz 1, 1070 Wien
Foto 1 (v.l.): Andreas Babler (Vizekanzler der Republik Österreich) Michael Kastelic (Präsident des ÖVSV-Dachverbands), Barbara Potisk-Eibensteiner (Finanzvorständin der Österreichischen Post AG)
Faszination Amateurfunk
Der Österreichische Versuchssenderverband (ÖVSV), die Interessensvertretung der Funkamateur*innen in Österreich, feiert 2026 sein 100-Jahr-Jubiläum.
Amateurfunker*innen kommunizieren mit drahtlosen Kommunikationsverfahren miteinander – abseits von Mobiltelefonie oder Internet. Zahlreiche Begeisterte widmen sich in ihrer Freizeit diesem Hobby und sind Teil der großen internationalen Amateurfunk-Community. Als „Ham Spirit“ bezeichnet man den Ehrenkodex im Amateurfunk, der die weltweite Kommunikation regelt.
Amateurfunk ist ein technisch-experimenteller Funkdienst, der die Verwendung von Erd- und Weltraumfunkstellen einschließt und für die Ausbildung oder den Funkverkehr der Funkamateur*innen untereinander, für technische Studien sowie zur Kommunikation in Notfällen betrieben wird. In Österreich ist er durch das Amateurfunkgesetz geregelt. Für das Ausüben des Amateurfunks ist eine bestandene Amateurfunkprüfung notwendig, mit dieser kann die Bewilligung für eine Amateurfunkstation erteilt werden. Amateurfunker*innen erhalten ein weltweit einzigartiges Funkrufzeichen, sie dürfen ihre Funkgeräte selbst bauen und ohne behördliche Abnahme in Betrieb nehmen. Durch internationale Verträge sind dem Amateurfunk zahlreiche Frequenzen zugewiesen. Mit den unabhängig betriebenen Geräten kann der Amateurfunk in Not- und Katastrophensituationen wichtige Dienste in der Kommunikation bieten. Der 1926 gegründete ÖVSV vertritt die Interessen seiner Mitglieder, betreibt Infrastruktur, bietet Aus- und Weiterbildung und fördert technische Entwicklungen.
Wann: Sonderpostamt 09.09.2026, 9:00-12:00 Uhr, Restaurant Alef-Alef, Seitenstettengasse 2, 1010 Wien Sonderbriefmarkenübergabe: 16.09.2026 Wiener Stadttempel, Seitenstettengasse 4, 1010 Wien Foto (v.l.): Oberrabbiner Jaron Engelmayer, Bürgermeister Michael Ludwig, Bundespräsident Alexander van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker, Oskar Deutsch (Präsident der IKG Wien), Walter Oblin (Generaldirektor, Österreichische Post AG)
Kulturelles Erbe
Der Stadttempel, das Herzstück der jüdischen Gemeinde in Wien, feiert im heurigen Jahr sein 200-Jahr-Jubiläum. Die Österreichische Post gratuliert mit einer Sonderbriefmarke.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte das jüdische Leben in Wien einen Aufschwung, und in diese Zeit fällt auch der Bau des Wiener Stadttempels nach Plänen des renommierten Wiener Architekten Joseph Kornhäusel. Nichtkatholische Gotteshäuser, sogenannte „Toleranzbethäuser“, durften jedoch nach außen hin nicht erkennbar sein, und so musste der Stadttempel unauffällig in die benachbarten Häuser in der Seitenstettengasse eingebettet werden. Die eigentliche Synagoge befindet sich daher hinter dem straßenseitigen Gebäude. Sie umfasst einen von einer Kuppel überwölbten ovalen Gebetsraum, die zwölf Säulen repräsentieren die zwölf Stämme Israels.
Die Eröffnung des Stadttempels fand am 9. April 1826 statt. Im Jahr 1938 wurde die Synagoge während des Novemberpogroms von den Nationalsozialisten schwer verwüstet, als einzige in Wien wegen ihrer Lage im eng verbauten Wohngebiet jedoch nicht völlig vernichtet. Nach Ende des Krieges wurde der Tempel wieder instandgesetzt und im Laufe der Jahre modernisiert und erweitert. Heute ist er die Hauptsynagoge der jüdischen Gemeinde und ein Symbol für die Kontinuität des Wiener Judentums. Als Ort der Begegnung wird er regelmäßig für Gottesdienste, Kantorenkonzerte und weitere Veranstaltungen der jüdischen Gemeinde genutzt. Die Jubiläumsbriefmarke gibt einen Einblick in den Innenraum der Synagoge mit den Tafeln der Zehn Gebote über dem Thoraschrein.
Wann: 14.09.2026, 9 bis 13 Uhr Sonderpostamt Philatelie Shop Post am Rochus, Rochusplatz 1, 1030 Wien
Sonderbriefmarkenübergabe im Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
Foto 1 (v.l.): Walter Oblin (Generaldirektor, Österreichische Post AG), Corinna Schumann (Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz), Sonja Kuba-Lackner und Gudrun Kalchhauser (Österreichisches Rotes Kreuz)
Hilfe beim Helfen
Mit der neuen Serie „Österreich hilft!“ werden Hilfsorganisationen und andere Einrichtungen vorgestellt, die sich um das Wohlergehen anderer bemühen und wichtige Unterstützungsarbeit leisten.
Als Young Carers bezeichnet man Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die regelmäßig und über einen längeren Zeitraum die Pflege und Betreuung von erkrankten oder hilfebedürftigen Familienangehörigen übernehmen. Rund 43.000 junge Personen leisten derzeit solche Pflegearbeiten, 70 Prozent davon sind weiblich. Das Durchschnittsalter liegt bei 12,5 Jahren. Mehr als ihre Altersgenoss*innen unterstützen sie im Haushalt, übernehmen Pflegetätigkeiten, kümmern sich um jüngere Geschwister und tragen somit insgesamt viel Verantwortung, auch wenn sie das selbst oft gar nicht in diesem Maße wahrnehmen. Das kann eine große Belastung sein: Übermüdung, Stress in der Schule oder ständiges Sorgen um andere sind häufige Probleme bei Young Carers. Oft tauchen Fragen auf, wie mit einer Situation umzugehen ist, was im Notfall zu tun ist oder wo man sich Hilfe holen kann.
Hier setzt „Young Carers Austria“ an, eine App und Plattform des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Sie bietet Informationen und Kontakte zu Stellen, wo betroffene Kinder und Jugendliche Unterstützung finden können. Denn auch Young Carers brauchen jemanden, der sich um sie kümmert und der ihnen die wohlverdiente Wertschätzung für ihre herausfordernde Tätigkeit entgegenbringt. Der QR-Code auf der Briefmarke führt zur Webseite, wo man weitere Informationen dazu findet.
Foto 1 (v.l.): Rita Nitsch, Walter Oblin (Generaldirektor, Österreichische Post AG)
Kunst für alle Sinne
Hermann Nitsch war einer der Mitbegründer des Wiener Aktionismus und ein äußerst vielseitiger Künstler, dessen Arbeiten weltweit Aufsehen erregten.
Hermann Nitsch wurde 1938 in Wien geboren, nach einer Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt war er als Grafiker am Technischen Museum in Wien beschäftigt. Schon als junger Mann befasste er sich mit abstrakter Malerei, Lyrik, Theater und klassischer Musik und arbeitete an seiner Idee des „Orgien Mysterien Theaters“. Bei Malaktionen stand das sinnliche Erleben verschiedener Substanzen und Flüssigkeiten im Fokus, mit zahlreichen Aktionen löste er immer wieder Proteste aus und wurde dafür auch inhaftiert. Sein „Orgien Mysterien Theater“ mit Musik, Theater, Malerei und Performances sah er als Gesamtkunstwerk, bei dem die Kunst die Grenze zur Wirklichkeit überschreitet und zu einer körperlichen Erfahrung wird. Die Spiele fanden regelmäßig in seinem Schloss im niederösterreichischen Prinzendorf statt. Nitsch unterrichtete zudem an Kunsthochschulen und führte Aktionen an in- und ausländischen Spielstätten durch, seine Malereien sind in zahlreichen Museen weltweit ausgestellt. Er verstarb 2022.
Hermann Nitschs aktionistische Kunst manifestiert sich auch in seinen berühmten Schüttbildern, für die er teils auch Blut verwendete. Spätere Schüttbilder weisen anstelle von Blutrot und Schwarz hellere Farben wie Gelb, Orange, Pink oder Grün auf, die Lebensfreude widerspiegeln. Das Briefmarkenmotiv zeigt ein Schüttbild aus 2020. Die Farbe wurde mit den Händen verstrichen und wirkt reliefartig, die wirbelartige Struktur erinnert an Blüten.