IOSS (Import-One-Stop-Shops)

Der Online-Handel hat es ermöglicht, dass Verbraucher auch Waren aus Drittstaaten (Nicht-EU-Staaten) erwerben können.

Änderung ab 01.07.2021

Derzeit gibt es eine Freigrenze von 22 Euro. Das bedeutet, dass bei Warensendungen unter einem Warenwert von 22 Euro keine Einfuhrabgaben anfallen (Ausnahme: Alkoholika, Parfums, Toilett-wasser, Tabak/Tabakwaren). Achtung! Ab 01.07.2021 fällt diese Freigrenze und die Einfuhrumsatzsteuer kommt bei allen Sendungen zu tragen

Beispiel 1

Ein Online-Unternehmen in Österreich verkauft ein Paar Socken mit einem Warenwert von 10 EUR an einen EU-Verbraucher der in Deutschland ansässig ist. Dieses Paar Socken wird aus China an den Verbraucher nach Deutschland verschickt.

 
Die Sendung kann umsatzsteuerfrei in die EU eingeführt werden, da der Warenwert unter 22 EUR liegt.
 

Um das Erklären und Entrichten der Umsatzsteuer auch für geringwertige Güter aus Drittstaaten zu vereinfachen, sieht die EU-Gesetzgebung die Einrichtung von Import-One-Stop-Shops vor. 

Was bedeutet das?

Unternehmer, die Einfuhr-Versandhandelsumsätze (siehe § 3 Abs. 8a UStG 1994) von Drittlandswaren in das Gemeinschaftsgebiet tätigen, können sich - unter bestimmten Bedingungen - dafür entscheiden, sich in nur einem Mitgliedstaat erfassen zu lassen und dort die Steuer über den Import-One-Stop-Shop (IOSS) zu erklären und abzuführen. Die Umsatzsteuer wird über den IOSS in die jeweiligen Mitgliedstaaten, in denen die Steuer geschuldet wird, weitergeleitet. Betroffen sind Einfuhr-Versandhandelsumsätze, bei denen der Einzelwert je Sendung 150 Euro nicht übersteigt.

Beispiel 2

Ein österreichischer Unternehmer verkauft über seine Website Kleidungsstücke an Privatpersonen in unterschiedlichen Mitgliedstaaten. Die Kleidungsstücke werden direkt aus seiner Produktionsstätte im Drittstaat an die Privatpersonen versendet. Der Unternehmer hat sich in Österreich zum IOSS (§ 25b UStG 1994) registriert. Der Einzelwert der Sendungen übersteigt 150 Euro nicht.

 
Das Unternehmen ist verpflichtet, sich in jedem EU-Land für die Umsatzsteuer zu registrieren, sie entsprechend abzurechnen und den Kunden den im Inland geltenden Umsatzsteuersatz in Rechnung zu stellen.

Beispiel 3

Ein chinesischer Unternehmer verkauft über seine Website Handyhüllen an Privatpersonen in unterschiedlichen Mitgliedstaaten. Die Handyhüllen werden direkt aus seiner Produktionsstätte im Drittstaat an die Privatpersonen versendet. Der Unternehmer hat sich in Österreich zum IOSS (§ 25b UStG 1994) registriert. Der Einzelwert der Sendungen beträgt 10 Euro.

 

Die Sendung kann umsatzsteuerfrei in die EU eingeführt werden, da der Warenwert unter 22 Euro liegt.

 

Die Inanspruchnahme des IOSS ist optional. Entscheidet sich der Unternehmer, die Steuer über den IOSS abzuführen, ist die Einfuhr der betroffenen Gegenstände bei Vorliegen aller Voraussetzungen gemäß § 6 Abs. 4 Z 9 UStG 1994 von der EUSt befreit. Bei Inanspruchnahme hat der Unternehmer alle Einfuhr-Versandhandelsumsätze, bei denen der Einzelwert der Waren je Sendung 150 Euro nicht übersteigt, über den IOSS zu erklären. Der IOSS kann nicht auf einzelne Mitgliedstaaten beschränkt werden.