Briefmarkenalbum mit einer Pasterze‑Briefmarke, die historische und aktuelle Gletscherbilder zeigt, daneben weitere Markenblätter und eine Pinzette.

Sonderbriefmarken Juli & August 2026

Neues aus der Philatelie

15.06.2026 12 Min. Lesezeit
Philatelie

250 Jahre Albertina - Große Kunst für alle

Vor 250 Jahren wurde die Albertina in Wien gegründet, die heute eine der weltweit bedeutendsten grafischen Sammlungen beherbergt.

Die Albertina Kunstsammlung geht auf Erzherzogin Marie Christine, eine Tochter Maria Theresias, und ihren Ehemann Herzog Albert von Sachsen-Teschen zurück. Beide waren ausgesprochen kunstsinnig, und die großzügige Mitgift, die Marie Christine in die Ehe brachte, ermöglichte dem Paar das systematische Sammeln von grafischen Blättern und Zeichnungen, die im Sinne der Aufklärung einen lehrreichen Überblick über die Entwicklung der Kunst bieten sollten. Am 4. Juli 1776 wurde die Albertina gegründet, ihren Platz fand sie später in den Prunkräumen des Palais Erzherzog Albrecht an der Augustinerbastei. Eine von Jakob Alt geschaffene Ansicht des Palais aus 1816 ist auf der Briefmarke zu sehen, ergänzt durch einen stilisierten roten „Dürer-Hasen“, das wohl berühmteste Werk der Sammlung der Albertina. Nach dem Ende der Monarchie wurde die Albertina eine staatliche Institution. Heute zählen zu ihr auch die Albertina Modern am Karlsplatz sowie die Albertina Klosterneuburg.

 
Eine Sonderbriefmarke der Albertina.
Die Bestände der Albertina wurden seit jeher auch mit jeweils zeitgenössischen Kunstwerken kontinuierlich erweitert. 1920 übernahm das Museum die Kupferstiche aus der ehemaligen kaiserlichen Hofbibliothek. Neben Grafiken beherbergt es heute auch Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Architekturzeichnungen. In der Schausammlung Monet bis Picasso werden Werke der Klassischen Moderne vom französischen Impressionismus bis zum Expressionismus aus der Dauerleihgabe Sammlung Batliner gezeigt.

Grafikentwurf: Regina Simon
Nennwert: 3,50 Euro
Vorbezugstag: 03.07.2026
Ausgabetag: 04.07.2026
Ersttag: 1010 Wien
Briefmarkengröße: 45,00 x 29,47 mm
Odontometrische Zahl: 13¼ x 13½
Druckart: Offsetdruck
Auflage: 110.000 in Bögen zu 50 Stück
Bestell-Nr.: 226300
 

David Alaba - Ein Meister am Ball

Mit der neuen Serie „Sport“ würdigt die Österreichische Post herausragende österreichische Athlet*innen aus verschiedenen Disziplinen. Den Auftakt bildet mit David Alaba Österreichs erfolgreichster Fußballer aller Zeiten.  

David Alaba wurde 1992 in Wien geboren und begann seine fußballerische Laufbahn beim SV Aspern in Wien-Donaustadt. 2002 wechselte er zum FK Austria Wien, 2008 zum FC Bayern München. Nach einem kurzen Leihaufenthalt bei der TSG 1899 Hoffenheim kehrte er zu Bayern zurück und blieb dort bis 2021. Von Juli 2021 bis zum Sommer 2026 spielte er für Real Madrid, die „Königlichen“. Sein Debüt im österreichischen Nationalteam gab Alaba 2009 im Alter von 17 Jahren, 2017 führte er erstmals die Mannschaft als Kapitän aufs Feld. Zu seinen Erfolgen zählen zahlreiche nationale Meistertitel sowie insgesamt vier Siege in der UEFA Champions League mit Bayern München und Real Madrid. Alaba war früher meistens als Linksverteidiger aktiv und spielt nun überwiegend als Innenverteidiger. Er trägt im Nationalteam die Rückennummer 8, ist Linksfuß und gilt als vielseitiger und taktisch starker Abwehrspieler.

 
Eine Sonderbriefmarke von David Alaba.
Bereits zehnmal wurde David Alaba zu Österreichs Fußballer des Jahres gewählt. Disziplin, Ehrgeiz und mentale Stärke zeichnen ihn als großen Sportler aus, für seine verbindende Art, seine Bescheidenheit und seine Führungsqualität wird er von Fans und Teamkollegen wertgeschätzt. Seine erfolgreiche internationale Karriere und seine Persönlichkeit machen David Alaba zum Vorbild für viele junge Sportler*innen.

Serie NEU: Sport
Grafikentwurf: Melanie Mussegg
Nennwert: 4,50 Euro
Vorbezugstag: 03.07.2026
Ausgabetag: 20.07.2026
Ersttag: 1030 Wien
Briefmarkengröße: 33,00 x 46,78 mm
Odontometrische Zahl: 14½ x 14
Druckart: Offsetdruck
Auflage: 160.000 Blöcke zu 2 Stück
Bestell-Nr.: 226310
 

Weißer Barockesel - Der Esel mit den blauen Augen

Der Österreichisch-Ungarische Weiße Barockesel, das diesjährige Motiv der Serie „Seltene Nutztierrassen“, ist als einzige heimische Eselrasse eine echte Rarität.

Unverwechselbar machen den Barockesel sein fast weißes Fell, dessen Farbe als „cremello“ bezeichnet wird, und seine blauen Augen. Diese helle Färbung nennt man Flavismus, auch seine Haut und die Hufe sind nur schwach pigmentiert. Das Tier ist mittelgroß mit normal langem Fell und mit der typischen Stehmähne der Esel. 

 
Eine Sonderbriefmarke zum Barockesel.
In der Barockzeit war die Farbe Weiß ein Statussymbol für den Adel. Weiße Tiere galten als „Lichtbringer“, daher vermutet man in dieser Epoche die Entstehung der weißen Esel, die im Gebiet der Habsburgermonarchie, vor allem in Ostösterreich und in Ungarn, gezüchtet wurden. Im Laufe der Zeit geriet die Rasse in Vergessenheit, erst in den 1980ern rückte sie wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Seit 2016 ist der Weiße Barockesel als eigene Rasse anerkannt, zuständig für die Zucht ist der Zuchtverband Stadl-Paura in Oberösterreich. Der Verein zur Erhaltung der Weißen Barockesel bemüht sich um den Fortbestand der hoch gefährdeten Rasse, von der nur noch wenige hundert Exemplare im Zuchtbuch eingetragen sind. Populationen in Österreich gibt es vor allem auf Schloss Hof im Marchfeld und im Nationalpark Neusiedler See. Weiße Barockesel sind wie alle Esel robust, genügsam und unerschrocken. Zum Einsatz kommt der weiße Esel als Reittier für Kinder, als Zugtier für leichte Kutschen und in der Tiertherapie, im Seewinkel wird er auch in der Landschaftspflege eingesetzt. 

Serie: Seltene Nutztierrassen
Grafikentwurf: Kirsten Lubach
Nennwert: 1,00 Euro
Vorbezugstag: 03.07.2026
Ausgabetag: 31.07.2026
Ersttag: 2294 Schloßhof 1
Briefmarkengröße: 40,00 x 27,45 mm
Kleinbogengröße: 134,00 x 193,00 mm
Odontometrische Zahl: 14 x 13¾
Druckart: Offsetdruck
Auflage: 250.00 in Kleinbögen zu 10 Stück
Bestell-Nr.: 226250
Kleinbogen-Bestell-Nr.: 226770

Gitta Mallász – Döblinger Strandbad, 1927 - Kunst als Spiegel der Zeit

In der neuen Serie „Plakatkunst“ stehen historische Plakate und ihre Gestalter*innen im Mittelpunkt. Den Anfang macht ein Plakat der ungarischen Grafikerin und Autorin Gitta Mallász.

Gitta – ihr eigentlicher Name war Margit – Mallász (1907–1992) besuchte die Kunstgewerbeschule in Budapest, wo sie Hanna Dallos kennenlernte. Gemeinsam mit ihr und deren Ehemann Joszef Kreutzer gründete sie ein erfolgreiches Kunstatelier, wo sie gemeinsam unter anderem Werbeplakate für den Tourismus entwarfen. Zu diesem Freundeskreis gehörte auch Lili Strausz, die wie Dallos und Kreutzer jüdischer Herkunft war. Mallász überlebte als Einzige der Gruppe den Krieg und zog später nach Frankreich. In ihrem Buch „Die Antwort der Engel“ veröffentlichte sie die spirituellen Gespräche und Erfahrungen, die die vier Befreundeten in der Besatzungszeit gemacht hatten. Für ihre Rettung hunderter jüdischer Frauen und Kinder in Budapest wurde sie von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem posthum als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.

 
Eine Sonderbriefmarke Gitta Malasz.

Plakate zeigen, wie sich Grafikdesign zwischen Kunst, Kommunikation und Werbung bewegt. Sie vermitteln nicht nur eine Botschaft, sondern spiegeln auch den Zeitgeist der jeweiligen Epoche wider. Gitta Mallász war in ihrer Jugend erfolgreiche Schwimmerin gewesen – dazu passt das Plakat mit dem Namen „Döblinger Strandbad“ aus 1927. An der genannten Adresse war einst ein öffentliches Bad untergebracht, an das heute noch die Aufschrift „Eingang zu den Bädern“ an der Fassade erinnert. Das Plakat stammt aus der Plakatsammlung der Wienbibliothek.

Serie NEU: Plakatkunst
Grafikentwurf: Anita Kern
Nennwert: 1,25 Euro
Vorbezugstag: 07.08.2026
Ausgabetag: 12.08.2026
Ersttag: 1060 Wien
Briefmarkengröße: 45,00 x 29,47 mm
Kleinbogengröße: 124,00 x 181,40 mm
Odontometrische Zahl: 13¼ x 13½
Druckart: Offsetdruck
Auflage: 220.000 in Kleinbögen zu 10 Stück
Bestell-Nr.: 226270
Kleinbogen-Bestell-Nr.: 226780

Angela Eisenköck – Fragments 44 - Die Ästhetik der Vergänglichkeit

Eine weitere Briefmarke aus der Serie „Kunst aus Österreich“ zeigt ein Bildnis der Künstlerin Angela Eisenköck aus ihrer Werkserie „Fragments“.
Angela Eisenköck wurde in Gumpoldskirchen geboren. Sie studierte Architektur an der Technischen Universität in Graz und arbeitete lange Zeit in Grazer Architekturbüros. Noch heute ist sie in dieser Stadt als Künstlerin und Feldenkrais-Lehrerin tätig.

 
Sonderbriefmarke Eisenkoeck.

Künstlerisches Schaffen war schon früh ihre Leidenschaft, die sie anfangs in der Porträtmalerei auslebte. Ab 2018 veränderten sich ihre Motive und ihre Technik mit der Serie „Fragments“, in der die Natur mit ihren faszinierenden Formen von Blüten und Blättern, aber vor allem auch mit ihrer Vergänglichkeit in den Fokus ihrer Arbeiten rückte. Auch das Briefmarkenmotiv „Fragments 44“ stammt aus dieser Serie, für diese 160 mal 180 Zentimeter große Arbeit wurden Pastell, Kohle und Acryl verwendet. In einem aufwendigen Transformationsprozess bearbeitete Angela Eisenköck dabei die ursprüngliche Fotografie einer verblühten Pflanze in mehreren Schritten und übertrug sie dann auf die Leinwand. Durch weitere Bearbeitungen in vielen Schichten auf der Leinwand entwickelte sie das Bild laufend weiter und Vergangenes erhielt schließlich eine neue Aussage und Identität. So entstand letztlich kein Abbild der Natur, sondern ein vollkommen eigenständiges neues Bild, das jedoch in seinen feinen Details und filigranen Formen immer noch an eine imaginäre, fast geisterhafte Pflanze erinnert. 

Serie: Kunst aus Österreich
Grafikentwurf: Regina Simon
Nennwert: 3,50 Euro
Vorbezugstag: 07.08.2026
Ausgabetag: 12.08.2026
Ersttag: 1060 Wien
Briefmarkengröße: 42,00 x 33,80 mm
Odontometrische Zahl: 13¼ x 13½
Druckart: Offsetdruck
Auflage: 110.000 Bögen zu 50 Stück
Bestell-Nr.: 226260

 

Steyr Saurer 4 SHFN-OL - Mobilität für alle

Das diesjährige Motiv der Serie „Historische Postfahrzeuge“ zeigt mit dem Steyr Saurer 4 SHFN-OL einen Postautobus für den Linienverkehr aus dem Jahr 1965. 
Gebaut wurde er von zwei österreichischen Traditionsunternehmen. Steyr-Daimler-Puch hatte 1959 die Aktienmehrheit an den Österreichischen Saurer-Werken übernommen, und gemeinsam entwickelte man ab 1961 den Steyr Saurer 4 SH-O Autobus mit verschiedenen Typen und Ausstattungen. Die meisten Fahrzeuge gingen an die Österreichische Post, ein Teil auch an die Österreichischen Bundesbahnen. 

Sonderbriefmarke Steyr.
Der Steyr Saurer 4 SHFN-OL basierte auf dem 4 SH-O und wurde bis 1971 gebaut. Er war wie das Basismodell ein Frontlenker – davor waren noch die „Schnauzer-Busse“ unterwegs – mit einer selbsttragenden Karosserie und einer leicht schrägen Heckpartie. Durch seine etwas längere Bauweise bot er 43 Sitzplätze und 21 Stehplätze, auch das Reisegepäck fand in einem Gepäckraum Platz und wurde nicht wie früher auf einer Dachgalerie transportiert. Motorisiert war der 4 SHFN-OL mit einem 150 PS starken Heckmotor: einem Viertakt-Dieselmotor von Saurer mit sechs Zylindern und 92 km/h Bauartgeschwindigkeit. Das Achtganggetriebe stammte von Steyr. Die Post hatte rund 190 dieser Busse in ganz Österreich im Einsatz, als zur damaligen Zeit meistverwendete Postbusse im klassischen gelben Postdesign prägten sie viele Jahre lang das österreichische Straßenbild. Noch heute kann man einige dieser Fahrzeuge in Museen oder bei Oldtimer-Vereinen bewundern, und bei manchen Gelegenheiten sind sie auch bei Sonderfahrten im Einsatz.  

Serie: Historische Postfahrzeuge
Grafikentwurf: David Gruber
Nennwert: 2,00 Euro
Vorbezugstag: 07.08.2026
Ausgabetag: 28.08.2026
Ersttag: 4810 Gmunden
Briefmarkengröße: 40,00 x 29,00 mm
Odontometrische Zahl: 13½ x 13¾
Druckart: Offsetdruck
Auflage: 100.000 in Bögen zu 50 Stück
Bestell-Nr.: 226280

Frühlings-Knollenblätterpilz - Tödlich giftig

Er sieht schön aus, ist aber einer der giftigsten Pilze Europas: Der weiße Frühlings-Knollenblätterpilz führt zu einer lebensgefährlichen Vergiftung.
Der Frühlings-Knollenblätterpilz (Amanita verna) wird auch Weißer Knollenblätterpilz genannt und gehört zur Gattung der Wulstlinge. Charakteristisch ist seine Farbe: Hut, Stiel, Lamellen und Fleisch sind weiß, auch nach einem Anschnitt. Der dünne Stiel ist von einem feinen, hängenden Ring umgeben, an der verdickten Stielbasis ist noch deutlich die Hülle zu erkennen. Bei jungen Exemplaren ist der Hut halbkugelig, später flach ausgebreitet. Der Frühlings-Knollenblätterpilz riecht leicht süßlich, im Alter aasartig. Er wächst vorwiegend in Laubwäldern und Parkanlagen, besonders unter Eichen und Buchen. In Europa ist er vor allem in südlichen Regionen verbreitet. Im Gegensatz zu vielen anderen Pilzen ist er nicht nur im Herbst, sondern bereits im Frühling zu finden – daher stammt auch sein Name.

 
Sonderbriefmarke Knollenblätterpilz.

Amatoxine und Phallotoxine machen den Frühlings-Knollenblätterpilz zu einem der giftigsten und gefährlichsten Pilze Europas. Sie greifen vor allem die Leber und die Nieren an und wirken auch in geringen Mengen ohne sofortige Behandlung tödlich, daher darf der Pilz niemals auch nur in kleinen Mengen probiert werden. Vergiftungserscheinungen zeigen sich oft erst nach Stunden, was die Gefahr eines Irrtums noch erhöht. Verwechslungsgefahr besteht unter anderem mit dem essbaren Wiesenchampignon, der sich durch seine rosabraunen Lamellen von ihm unterscheidet, sowie mit anderen Wulstlingsarten.

Serie: Österreichische Pilze
Grafikentwurf: Marion Füllerer
Nennwert: 1,00 Euro
Vorbezugstag: 07.08.2026
Ausgabetag: 28.08.2026
Ersttag: 4810 Gmunden
Briefmarkengröße: 31,80 x 50,00 mm
Kleinbogengröße: 193,00 x 134,00 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 14
Druckart: Offsetdruck
Auflage: 220.000 in Kleinbögen zu 10 Stück
Bestell-Nr.: 226290
Kleinbogen-Bestell-Nr.: 226790