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Der Kiebitz
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Der Kiebitz (Vanellus vanellus) gilt als Vogel des Jahres 2026 und steht stellvertretend für den dramatischen Rückgang heimischer Feld- und Wiesenvögel. Seit 1998 ist der Bestand um rund 57 Prozent gesunken, aktuell leben nur noch 3.800–6.900 Brutpaare in Österreich. BirdLife führt ihn in der höchsten Schutzkategorie seiner Ampelliste. Ursache sind vor allem Lebensraumverlust, intensive Landwirtschaft und Gefahren während der Brutzeit.
Sein charakteristisches Erscheinungsbild mit metallisch grün schimmerndem Gefieder und markantem Federschopf macht ihn zu einem der auffälligsten heimischen Vögel. Beobachtungen des spektakulären Balzflugs sind meist von März bis Mai möglich. Ursprüngliche Feuchtwiesen, sein natürlicher Lebensraum, sind vielerorts verschwunden, weshalb der Kiebitz zunehmend auf Ackerflächen ausweicht, wo Bewirtschaftungsmaßnahmen seine Gelege gefährden.
Die Sonderbriefmarke Kiebitz erscheint im März als drittes Motiv der Serie „Heimische Vögel“ in Kooperation mit BirdLife Österreich. Sie trägt einen Nennwert von 1,25 Euro und wurde von Lisa Filzi gestaltet mit einer Auflage von 360.000 Stück.
BirdLife Österreich setzt mit Projekten wie „Gemeinsam für den Kiebitz“ gezielte Schutzmaßnahmen um – darunter spätere Bodenbearbeitung, der Erhalt von Feuchtstellen, das Ausweisen von Brachflächen sowie sogenannte Kiebitz-Inseln. Diese Maßnahmen verbessern den Bruterfolg nachweislich und sind essenziell für die Stabilisierung der Population.
Zur Sonderbriefmarke
Die Sonderbriefmarke dient nicht nur Sammler*innen als wertvolles philatelistisches Objekt, sondern schafft auch Bewusstsein für gefährdete heimische Vogelarten und deren Lebensräume. Mit ihrem hochwertigen Design und der Einbettung in die Serie „Heimische Vögel“ verbindet sie Ästhetik, Naturschutz und Sammelleidenschaft. Zusätzlich zur Sonderbriefmarke bringen wir zum dritten Mal in Folge in Kooperation mit BirdLife Österreich auch ein Postkartenheft heraus. Dieses beinhaltet sechs Briefmarken im Wert von 6 Euro und sechs Postkarten mit Vogelmotiven.
Zum Postkartenheft
In den Jahren vor dem Kiebitz rückten bereits zwei weitere bedrohte Arten ins Zentrum der Aufmerksamkeit: 2024 die Grauammer, deren Bestand in Österreich in den letzten 25 Jahren dramatisch um 90–95 % zurückging – ein Rückgang, der vor allem durch intensive Landwirtschaft, das Verschwinden von Brachen und den Einsatz von Pestiziden verursacht wurde. Heute existieren weniger als 500 Brutreviere, und vielerorts ist sie nahezu verschwunden.
2025 folgte die Krickente, Europas kleinste Enten-Art, deren Bestände auf unter 100 Brutpaare gesunken sind. Die Trockenlegung von Feuchtgebieten, Veränderungen in der Teichwirtschaft, steigende Freizeitnutzung an Gewässern und die Auswirkungen des Klimawandels haben ihren Lebensraum stark eingeschränkt. Beide Arten zeigen exemplarisch, wie empfindlich heimische Vogelarten auf Veränderungen in unserer Landschaft reagieren – und wie wichtig es ist, verbliebene Lebensräume zu schützen und wiederherzustellen.