Motorräder Puch P800-MP
Puch war einst die meistverkaufte Motorradmarke Österreichs. Die P 800 war das stärkste Modell unter den zahlreichen Puch-Motorrädern, sie feiert heuer ihren 90. Geburtstag.
In den 1930er-Jahren fusionierten die traditionsreichen Puch-Werke zur Steyr-Daimler-Puch AG, die Motorradfertigung verblieb im Werk in Graz. Motorräder waren – im Gegensatz zu Autos – in der Zwischenkriegszeit wichtige Fortbewegungsmittel für einen großen Teil der Bevölkerung. Die erfolgreichen Puch-Modelle mit Zweitakt-Doppelkolbenmotor, etwa die starke Puch 500, erwiesen sich jedoch als nicht optimal geeignet für den Betrieb mit einem Beiwagen, daher entwickelte Puch 1936 die P 800 mit einem seitengesteuerten Viertakt-Vierzylinder-Motor mit einem 170°-Ultra-Weitwinkel, 792 Kubikzentimeter Hubraum und einer Leistung von 20 PS. Zum Einsatz kam sie als Beiwagenmaschine vor allem bei der Polizei, bei der Armee und bei anderen Behörden. 1938 wurde auf der Wiener Frühjahrsmesse eine überarbeitete Version des Motorrads mit einem Solex-Vergaser vorgestellt, mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich ging die Produktion der P 800 jedoch noch im gleichen Jahr zu Ende. Insgesamt stellte Puch 550 Exemplare der P 800 her.
Auf der Briefmarke ist eine P 800 mit einem MP-Beiwagen aus Wien zu sehen. „MP“ steht für Max Porges, er war in der Zwischenkriegszeit der größte Produzent von Beiwagen. Ab 1930 gab es die als „Boote“ bezeichneten verschiedenen Varianten von Beiwagen auch mit Federung. Besonders schnittig war der stromlinienförmige sogenannte „Schlapfen“ mit seinem verkleideten Kotflügel.
Wann: 13.02.2026, 10 bis 14 Uhr Wo: Johann Puch Museum Graz, Puchstraße 85, 8020 Graz
Bild Vortrag: © Ö. Post AG